Bund von sechs Fürsten. 231
Napoleon Verbündeten das Lippedepartement besetzten, wurden dieRückstände der den beiden salmischen Fürsten aus das Große Buch deröffentlichen Schuld von Frankreich angewiesenen Renten ihnen nichtmehr ausgezahlt. Stengel, salm-kyrburgischer Generaladministratorder fürstlichen Einkünfte, bat Friedrich Z ja nicht nach Ahaus zukommen, da ihn der Krieg in große Gefahr bringen könne und erauf keine Anleihe bei seinen einstigen Untertanen rechnen dürfe. So-bald die Franzosen das Feld räumten, ergriffen jedoch beide Fürstenzu Salm, den Zeitgeist begreifend, „wieder Besitz von ihren durchfremde Eigenmacht gewaltsam zerstörten landesherrlichen und sonstigenRechten" und schlössen, ohne von der Leipziger Konvention vom21. Oktober zu wissen, die das Zentralverwaltungsdepartement unterdem Neichsfreiherrn Karl vom Stein einrichtete, mit der Rheingräfin-Vormünderin zu Salm-Horstmar 2, den Herzogen von Looz-Corswaremund von Croy-Dülmen und dem Grafen zu Bentheim-Steinfurt untersich einen Bund. „Sie waren", wie der Bericht des Erbgrafen Alexiszu Bentheim-Steinfurt besagt „die Ersten in ganz Norddeutschland,welche, von der ihnen anmaßlich aufgedrungenen Souveränität befreit, ,Seiner Königlichen Hoheit dem Kronprinzen von Schweden den Wunschzur unverweilten Betätigung ihres Eifers für die gänzliche Zerstörungder französischen Usurpationen zu erkennen zu geben sich beeilten."Am 12. November 1813 erließ „Fürst L. Narischkin, Obrist der kaiser-lich russischen Garde, General und Kommandant der Avantgarde desGenerals sn ollok Baron von Wintzingerode, unter den BefehlenSeiner Königlichen Hoheit des Kronprinzen von Schweden" aus Lingenein Ansuchen ^ an die vorstehend genannten Fürsten, sie sollten „inden ihrer Landeshoheit unterworfenen Landen die Verfügung treffen,daß die zum Bedarf der alliierten Armee gemachten und an die Unter-präfektur zu Steinfurt und Neuenhaus unterm 10. d. M. erlassenenRequisitionen auf das schleunigste herbeigeschafft würden. . . ." Derrheingräfliche Geheimrat von Riest lud Stengel und Noöl sofort zurKonferenz nach Coesfeld, Stengel schickte die Einladung an Noöl und
1 Bocholt, 9. November 1813. (O. S.K.)
'' Friederike Wilhelmine, geborene Gräfin von Sayn-Wittgenstein.- O. G.St.B.
^ Gedruckt, e.