Druckschrift 
Geschichte von Arenberg, Salm und Leyen : 1789 - 1815
Entstehung
Seite
216
Einzelbild herunterladen
 

Unterhandlungen in Paris.

Herzoge von Arenberg (s. S. 64 ff.). Zwackh vermutete eine Land-verändernng oder eine Entschädigung für die rheingräfliche Rente,Briefe aus Berg und Holland sprachen seit Monatsfrist von der Ein-verleibung in das Kaiserreich. Salm-Salm glaubte in Paris Bodengewonnen zu haben, weil der Erbprinz Florentinmit Genehmigung ^Ihrer Kaiserlich-Königlichen Majestäten von Frankreich und Italien,wie auch Ihrer Königlichen Majestäten von Westfalen und SeinerKaiserlichen Hoheit des regierenden Herrn Fürsten von Lucca undPiombino", des Oheims der Braut, am 21. Juli 1810 in KasselFlaminia de Rossi, eine Cousine Napoleons, geheiratet hatte 2. Salm-Salm suchte durch die Vermittlung des Grafen Wintzingerode, west-fälischen Gesandten in Paris, die rheingräsliche Rente als BelastungBergs und der Rheingrafen zu bekommen. Zwackh konnte als bay-rischer außerordentlicher Gesandter und Minister bei dem Fürsten-primas und bei Nassau (seit 1810) von Wetzlar nicht abkommen,widerriet aber, das Kyrburger Haus durch Noöl iu Paris mitvertretenzu lassen, und empfahl als geeigneten Vertreter den Ministerresidentenresp. Geschäftsträger der Solmser und anderer Fürsten in Paris,Louis Bönolt Franyois Baron Bilderbeck, einen gewiegten Geschäfts-mann und Freund des Herzogs von Cadore; er warnte ihn vorNosls Schachzügen gegen das Kyrburger Haus. Konstantin erteilteam 25. Oktober 2 Noöl, Moritz und Amalie Bilderbeck ^ Vollmachtzur Unterhandlung mit Cadore. Moritz war verzweifelt, daß Zwackhnicht gehen undden zwei feinen Ncgociateurs", dem Erbprinzen undNoöl, die Salm-Kyrburg alles verderben würden, die Stange haltenkonnte.Wir sind ja bloß in Ihren Händen", schrieb er ihmSie werden doch in dem interessantesten Augenblick das Haus Kyr-burg, in dessen Geschäften Sie sich soviel Ehre erwarben, nicht ver-lassen." Zwackh instruierte" Bilderbeck genau über die Lage undüber die Entschädigung von 1803, über die mittlerweile vermehrten

^ Konstantin an den König von Bayern, Anholt, 29. September 1810. (O.Salm-Salm. Kasten schwarz. 589/132. G.St.Mn.)

^ Die Abrede war am 21. Juni zu St. Cloud getroffen worden.

» O. ?. 58. L..D.

^ Ahaus und Sigmaringcn, 25. Oktober 1810. (O., e.)

' Ahaus, 25. Oktober 1810. (O. Z.A.)

° Wetzlar, 20. Oktober 1810. (Kt , e.)