Fürst Friedrich IV.
Rekrutierung in den Nachbarstaaten stehend, jedoch war sie mit vielemdabei nicht einverstanden V Gegen das häusige Entfliehen französischerKonskribierter wurden auf Noöls Anordnung hin strenge Maßregelnvon den salmischen Behörden ergriffen 2; solche sollten sofort arretiertund an Frankreich ausgeliefert werden.
Bei aller geistigen Regsamkeit und ihren hohen Gaben verkanntedie Fürstin Hohenzollern manchmal die nüchterne Sachlage, wie ihrBruder Moritz an Zwackh schrieb „Sie meint es gut, hat abernicht die geringste Idee von Geschäften) die wenigen, die sie hat, sindfalsch, weil sie sie noch von meinem Bruder geerbt." Ihr Neffewurde auch nicht nach Moritz'Geschmack erzogen; „ich fürchte allezeit,er bekommt die Edukation eines französischen Marquis und nicht einesdeutschen Reichsfürsten". Unter Voumards Leitung wuchs er heran,schön gebaut, von edlen Zügen, lustig und liebenswürdig, rasch mitdem Munde, schlagfertig und klug, ein glühender Bewunderer derFranzosen, aber ohne alle Neigung für Deutschland und deutschesWesen: seines Vaters echter Sohn. Jetzt war er mit Voumard aufder kaiserlichen Militärschule in Fontainebleau. Amalie aber wußteihre Freundin Josephine dahin zu interessieren, daß sie an den imKriege weilenden Napoleon schrieb, sie selbst werde ihm Friedrich zu-führen 4. Nun schrieb Amalie an Zwackh, der das Geld gern erspart ge-sehen hätte, es gebe keinen Ausweg, der Fürst müsse nach Polen.Eben erst hatte sie letzterem den bayrischen St.-Hubertus-Orden ° ver-schafft, was viel Geld kostete, z. B. eine goldene Tabatiere für 366Gulden an Ringel, den Direktor des bayrischen auswärtigen Depar-tements 6. Zwackh versprach st trotz der Geldnot sein möglichstes zurBeschaffung der Reisegelder zu tun, da die Gesinnung der kaiserlichen
^ U.V. I. 1. L.. 8. St.Mr.
° Bacher an Noöl, Frankfurt, 28. August 1867, Verfügung Noöls, 36. August1867. Die flüchtige kais. franz. Konskribiertcn betr. 1867. 1863. 1811. ?. 6, e.)Die Klagen von französischer Seite hörten auch in den folgenden Jahren nicht aufund führten zu neuen fürstlichen Verordnungen. (Ebenda.)
° Altona, 24. Januar 1863. (O. Z.A.)
^ Amalie an Zwackh, 5. Januar 1867.
° Auch Friedrich III. und Konstantin hatten ihn.
° Max Joseph an Amalie, München, 16. Januar (K.), Friedrich an MaxJoseph und an den Minister Grafen Montgelas, Frankfurt, 16. Februar 1867. (Kt, Z.A.)
' An Amalie, Frankfurt, 6. Januar 1867. (K., e.)