72 Verwendung Ludwig Engelberts.
von Bassano, wandte sich nun der Vater Prosper Ludwigs, derSenator und Reichsgraf Ludwig, mit einer Note in der er ihmdie Lage seines Sohnes schilderte. Er erinnerte an die Besitzergrei-fung von Recklinghausen, „ohne vorher oder nachher irgendeine Noti-fikation zu machen", hob hervor, wie man in Recklinghausen wievorher in Meppen und Dülmen außer den Souveränitätsrechten auchnoch die Patrimonialdomänen, alle Einnahmen in der Staatskasse wiein der Privatkasse seines Sohnes und alles, was an Einkünften undRückständen noch einzutreiben war, weggenommen hatte. Alle Be-mühungen des Sohnes dagegen bezeichnete er als absolut vergeblich;man hatte weder den Sequester auf das Privateigentum seines Sohnesaufgehoben noch auch die in seinen Kassen erbeuteten Gelder zurück-erstattet, und so war er seit vier Monaten ohne Mittel, seine Ge-mahlin und sich standesgemäß zu erhalten, besaß vielmehr nichts alsdie Pension, die er, der Vater, ihm bei seiner Heirat zusicherte; sowar es dem Sohne unmöglich, seinem Versprechen nach sein Hausin Paris zu unterhalten, zumal ihm von dem auf das Eigentum inseinen Staaten hypothezierten Wittum seiner Gemahlin nichts gebliebenwar. Er, der Graf, hoffe noch immer, „Napoleon der Große", demsich sein Haus geopfert und für den sein Sohn seit fünf Jahren ander Spitze seines Regiments kämpfe, für den auch dessen jüngererBruder unter dem älteren diene, werde sein Haus „nicht aus derListe derer streichen, welche den Rheinbund bilden, den dies Hausals eines der ersten unterzeichnet habe". Am 3. Mai führte derGraf 2 die Notlage des Sohnes Maret wiederum vor, weil Napoleonihm keine Audienz gewährt hatte; Maret sollte dem Kaiser die Sachevortragen. Sein Sohn werde mit einer Härte behandelt, klagte derGraf, wie kein anderer Fürst, z. B. die in gleicher Lage mit ihmbefindlichen Fürsten Salm; während diese ihre Domänen behielten,ließ man seinem Sohne nichts, selbst die Rückstände und der Ertragdes Holzschlags von 1810 wurden in die kaiserlichen Staatskassen ab-geführt. Zufällig habe der Sekretär des Herzogs in Hamburg er-fahren, daß Bacher die Etats von dessen Einkünften einfordern undan Ort und Stelle verifizieren solle, man habe die Etats nun auf-
l Paris, 27. April 1811. (O. I. 6. L..L.)- K. (Karton 3. Serie 2. Fasz. 7. A.B.)