50 Veränderungen im Rheinbunde.
die Regierung, von der sie abhängen, beseelen, als daß eine solcheWillkür nicht prompt unterdrückt werde." Schmanß war sehr ärgerlichüber den Redakteur der Dorstener Zeitung „mit seinem unanständigenund beleidigenden Benehmen" st und Stock versicherte ihm 2, „er stellesich kaum vor, wie oft der Redakteur der Dorstener Zeitung schonwegen unvorsichtigen oder zweideutigen Aufsätzen zu Recht gewiesenwurde"; man werde jetzt strenge dafür sorgen, daß nichts mehr vor-falle. Der Redakteur erhielt einen strengen Verweis 2. Im Juli be-schwerte sich Bacher auch wegen der Dülmer Zeitung
Im Juli 1807 reiste Napoleon durch Frankfurt; er speiste allein,nachher speisten in seinem Appartement der Erbgroßherzog und dieErbgroßherzogin von Baden, der Großherzog von Berg auch allein.Der Fürstprimas war im Kabinette Napoleons eine Stunde allein mitihm, „und nachher bekam des Königs von Württemberg MajestätAudienz im Cabinet". „Die Audienz des Königs von Württembergdauerte ungefähr 20 Minuten im Cabinet, Jhro Kaiserlich KöniglicheMajestät empfingen Ihn in der zweiten Antichambre, gingen zuerstins Cabinet und begleiteten den König beim Abgehen durch die Anti-chambres bis in den Saal." Es hieß, der Kaiser habe dem Fürst-primas aufgetragen, das Fundamentalstatut und die verschiedenen Ein-teilungen der eroberten deutschen Lande, welche noch nicht vergebenseien, zu entwerfen und ihm nach Paris zu bringen; Schmauß hieltdies für so wichtig, daß Stock es dem Geheimrat von Daniels mit-teilen möge. Nassau hoffte durch Gagern, der bereits nach Parisgereist war, das Hessen-rotenburgische Land, das sogenannte „blaueLändchen", zu erlangen, und Schmauß war sicher, daß bei den nochnicht verteilten Landen der Herzog von Arenberg bedacht würde. Dieeigentliche Ausgestaltung des Tilsiter Friedens würde gewiß erst inParis erfolgen, wohin Schmanß gerufen wurde, „um in dieser ent-scheidenden Periode die Angelegenheiten des herzoglichen Hauses wahr-zunehmen". Da nach den Bestimmungen des Tilsiter Friedens JörömeNapoleon König von Westfalen wurde, vermählt mit einer württem- >bergischen Prinzessin, so fragte es sich, ob die in Westfalen besitzlicheu
^ Schmauß an Stock, Frankfurt, 20. Juli 1807. (O., e.)
- Stock an Schmauß, Düsseldorf, 24. Juli 1807. (K., e.)
° Schmauß an Stock, Frankfurt, 30. Juli 1807. (K., e.)
< An Schmauß, Frankfurt, 29. Juli 1807. (K., c.)
»