Napoleon und die Presse. 49
zu können, als daß er des Kaisers Wunsch dem Herzoge vortragen wolle,der ja ans die Anweisung des nassauischen Ministeriums mit den Ge-sandten der Bundesfürsten, die in einem Neluitionsvertrage mit demnassauischen Hause standen, wegen Vermehrung der bisher bezahltenReluitionssumme um ein Fünftel Absprache nehmen solle. Stock hobhervor daß Prosper Ludwig schon vor einem Monat sein Kontingentum zwölf Mann zu Pferde vermehrt habe, und bemerkte, „auf jedenFall ist die Sache mit jenen zwölf Mann nicht abgetan, und ehestenswird die Komplettierung eines Fünftels der höchsten Absicht zufolgeim stillen vor sich gehen". In Recklinghausen beschäftigte man sichnun mit der Komplettierung dieses Fünftels, 25 Reiter sollten zumRegiments stoßen, das gegen die Schweden zu kämpfen hatte; in An-klam stand es ihren Vorposten gegenüber, seit der Kündigung desWaffenstillstandes war es, zu Patrouillendienst bestimmt, in Dammin.„Der Herzog", schrieb Stock an Schmauß nach Frankfurt 2, „brenntvor Begierde, die Schweden anzugreifen, und man glaubt, wenn esnun einmal zum Angreifen kommt, mit ihnen bald fertig zu sein. Dortkönnte es noch zu blutigen Auftritten kommen, besonders wenn dieEngländer daselbst gelandet sein werden. ... In dem guten AmteMeppen liegen mehr als 7000 Holländer, die zur ObservationsarmeeWider die Engländer gehören. Alles muß den Truppen gereicht werden,und das Land, von den früheren Wunden noch lange nicht geheilt,wird ganz erschöpft. Es werden übrigens sicher wieder viele Ände-rungen in Deutschland als Folge des so sehr gehofften Friedens vor-gehen." Dem Siege von Friedland folgte eine Waffenruhe, und fürbeides ordnete der Fürstprimas ein öffentliches Dankfest auf Sonntag,den 12. Juli, an, was alle Rheinbundsfürsten nachzuahmen hatten
Napoleons Geschäftsträger am Rheinbunde, Bacher, beschwerte sich ^bei Schmauß über die Dorstener Zeitung, die wie mehrere andere „sichdie Publizierung falscher und für die französischen Heere beleidigen-der Nachrichten erlaube", und fuhr fort: „Die Gefühle, welche dieseSchreiber zu bekunden wagen, sind zu wenig denen konform, welche
^ An Schmauß, Düsseldorf, 23. Mai 1807. (K., e.)- Düsseldorf, 11. Juli 1807. (K., e.)
° Schmauß an Stock, Frankfurt, 6. Juli 1807. (O., e.)< Frankfurt, 20. Juli 1807. (K., e.)
Kleinschmidt, Arenberg usw. 4