3 239
deutsche Weltgeltung steht, ist nicht bloß für nahe und fernere Teil-nehmer als Erhöhung des Bewußtseins eigener Arbeitsbedeutung ein-drucksvoll, sondern es muß bei allen Mitkämpfern für ähnliche Ziele,bei allen Volksgenossen, welche in der Gegenwart die Tragweite charakter-voller Tätigkeit im öffentlichen Leben ermessen können, ein erhebendesGefühl der Befriedigung wecken.
Aus der ganzen Betätigung der Verlagsfirma springt, abgesehen vomumfangreichen Buchverlag seit hundert Jahren, in erster Linie die großeTageszeitung in die Augen, der sie in umsichtiger Mühewaltung undunter Ausnutzung der modernsten Entwickelungsmöglichkeiten, mit derZeit kühn fortschreitend und keine Opfer scheuend, eine gediegene undsichere Grundlage geschaffen hat. Im Weltkriege ist es allen Deutschenzum Bewußtsein gekommen, in welchem Umfange die großen führendenTagesblätter auf die politischen Kämpfe der unmittelbaren Gegenwarteinwirken, seitdem wir es am eigenen Leibe bitter fühlen mußten, wiedie Blätter von Paris, London, Rom und New York nicht nur in deneigenen Ländern den Volkswillen aufpeitschen, sondern in der ganzenWelt jene starken Stimmungen schaffen halfen, welche Millionen vonMenschen in waffenstarrende Kampfesstellung zwingen.
Bei der Kölnischen Volkszeitung kommt noch in Betracht, daß sie zueinem führenden Organ der deutschen Katholiken geworden ist, das überdes Reiches Grenzen weit hinaus in fremden Ländern Beachtung findetund somit fruchtbare Möglichkeiten geschaffen hat, besonders unter denKatholiken des Auslandes als Ausdruck deutscher Auffassungen wirkenzu können. In allen Ländern hatte von jeher gerade die katholischePresse mit ungeheuren Schwierigkeiten zu ringen, weil es viel leichterwar, begabte Schriftsteller zu finden, als starke und lebenskräftigeUnternehmungen zu schaffen, welche die finanzielle Leistungsfähigkeitaufbrachten, um die jährlich steigenden Kosten zu tragen und die von derneuzeitlichen Entwickelung verlangten Vervollkommnungen durchzuführen-
In vielen Ländern bedeutete die Gründung leistungsfähiger katholischerZeitungen ein mühseliges Ringen mit geldlichen Schwierigkeiten. Die vomgesteckten idealen Ziele als Bedingung geforderte grundsätzlicheUnabhängigkeit solcher Zeitungen mußte mit den wünschenswertenErwerbsmöglichkeiten, wobei besonders an den Anzeigenteil zu denkenist, in Widerspruch geraten. Die vielfach freiwillig gewährte Unter-stützung durch Einzelpersönlichkeiten und Vereine schuf wieder Ab-hängigkeiten anderen Charakters, die ebenfalls die innere Spannkrafteiner Zeitung notwendigerweise herunterdrücken.
Ohne eigene Ueberhebung oder einen Anflug von Jubiläumsstimmungdarf heute gesagt werden, daß die mutige technische Ausgestaltung undwirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Kölnischen Volkszeitung im Auslandevielfach vorbildlich wirkte und daß sie für unternehmende Katholikenanderer Länder als starker vorandrängender Antrieb einen auf die