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Hundert Jahre J. P. Bachem : Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag ; [1818 - 1918 ; Köln, 4. Mai 1918]
Entstehung
Seite
210
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der Wiener Kongreßakte von 1815 gebraucht werden und die Hollandbis zum Meer und Deutschlandbis ins Meer übersetzte. In denpreußischen Handelskreisen machte sich nun das Bestreben geltend,Holland zur Abschaffung der Zölle zu veranlassen; dieses verlangte aberdafür die wirkliche Auflassung der Mainzer und Kölner Stapelrechte.Davon wollte man aber in diesen Städten nicht lassen, und so wogteder Kampf lange Zeit hin und her. Der Kölner Großkaufmann Heinr.Merkens hatte wohl 1829 von einer Reise nach Berlin das königlicheVersprechen einer Entschädigung für die Auflassung des Stapels mit-gebracht, aber es war nichts Festes abgemacht, und nun wandte sich dieHandelskammer mit einer maßlosen Bittschrift an den König, in der sieausführte, in Köln sei die allgemeine Volksansicht, man wolle Kölnabsichtlich ruinieren, und noch schlimmere Gerüchte gingen um, die mannicht wiederholen wolle. Wo es sich um Aufhebung eines Vorrechteshandle, könne man völlige Entschädigung verlangen. Durch sein Ver-sprechen hielt sich der König gebunden und der Stadt wurden im Gegen-satz zu Mainz, das als braves Kind nicht schrie und leer ausging, durchKab.-Order vom 14. Juli 1831 für zwei Jahre je 50000 Taler bewilligt;fernere Gewährungen ließen die Gesamtentschädigung auf 232000 Taleranwachsen.

18 (S. 24) Pierre Mart eau kommt als Drucker auf Büchern seit dem Jahre1660 vor. Gleichwohl hat es niemals in Köln einen Drucker dieses Namensgegeben ! Es handelt sich dabei meist um Werke in französischer Sprache

auf deutschen Büchern erscheint die Firma auch als Peter Hammer in Cölln

und zwar um solche, die ihres Inhaltes wegen Veranlassung hatten,ihre Herkunft zu verbergen. Verleger in Amsterdam, dem Haag, Leyden,Paris, Rotterdam, London, Petersburg brauchten so häufig die FirmaMarteau, daß ein französischer Forscher Leonce Janmart de Brouillantim Jahre 1888 ein dickes BuchHistoire de Pierre du Marteau, imprimeurä Cologne herausgegeben hat (Paris, Maison Quantin 324 S.). NachdemHerr Pierre Marteau den Druckern über ein halbes Jahrhundert seineHilfe geliehen hatte, fanden einige von ihnen, daß er nun mit dem Todeabgehen müsse und sie erfanden nun seineErben oder seineWitwe.Während er aber solchermaßen schon 1729 Todes verblichen war, lebteer in anderen, acht Jahre später erschienenen Werken wieder auf ;undtrat mit seiner Witwe und seinen Erben in Wettbewerb. Die damaligeBedrückung der Buchdruckereien unter den französischen Königenseit Franz I., der in einem Dekret vom 13. Januar 1534 alle Druckereienzu schließen drohte, war die Veranlassung zum Aufkommen solcherDrucker-Decknamen bei Werken, die aus irgend einem Grunde nichtunbedenklich waren. Außer Pierre Marteau, dem am häufigsten vor-kommenden und zuerst 1660 von der Presse des Jean Elzevier in Leydengebrauchten Decknamen, gibt es noch eine lange Liste von Kölner Drucker-Decknamen.