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Hundert Jahre J. P. Bachem : Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag ; [1818 - 1918 ; Köln, 4. Mai 1918]
Entstehung
Seite
209
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volkstümlich-wissenschaftlich. Im Provinzial-Landtag und bei den Kreis-tagen seit 1857 vertrat er die Stadt, wo er am 13. September 1877 starb.

16 {S. 23) Mathias Josef Innoc. d e N o e 1 war der Sohn eines Warenmaklers, aufdessen Wunsch er seinen Drang nach künstlerischer Ausbildung unter-drückte, um 1812 das väterliche Geschäft zu übernehmen. Seine ganzefreie Zeit aber hatte der junge Kunstjünger mit Hilfe seiner LehrerMengelberg, Grein und Beckenkamp auf die Entfaltung seines Zeichen- undMalertalentes verwandt, mit dem er mehr als Laienhaftes leistete. Außervielen kunstgeschichtlichen Abhandlungen verfaßte er die Kataloge derKunstsammlung Tosetti, J. Lyversberg und Hirn (Glasmalereien). Denletztem Katalog pries Goethe als ein Muster solcher Arbeiten. Auch alsDichter betätigte er sich mit Glück, und seine Karnevalspossen und köl-nischen Lustspiele fanden vielen Beifall. Er war eine reiche Künstler-natur und der erste Bewahrer der nachgelassenen Wallrafschen Samm-lung, die er in den ehemaligen, auf dem heutigen Wallrafplatze stehenden,kurkölnischen Hof überführte. Dem Museum kamen auch auf letztwilligeAnordnung seine reichen Sammlungen zu gute. Sein Nachfolger alsMuseumsvorsteher wurde Ramboux aus Trier. (1790 20. November 1866.)

17 (S.24) Die Forderung der freien Rheinschiffahrt hatten schondie Friedensschlüsse von 1648 zu Münster und 1697 zu Ryswyk auf-gestellt; aber erst die Besitzergreifung des linken Rheinufers durchFrankreich brachte die Frage ihrer Lösung näher. Im Reichsdeputations-hauptschluß von 1803 wurden alle Rheinzölle aufgehoben und durch einOctroi an 12 Hebestellen ersetzt, dessen Einnahmen zur Hälfte auf dieInstandhaltung des Flußbettes verwendet werden mußten. Obwohl dieseUebereinkunft vom Jahre 1804 Stapel- und Umschlagsrecht abgeschaffthatte, behielten Köln und Mainz den Stapel noch bei. Gleichzeitig wurdein dem Generaldirektor der Rheinschiffahrt eine Art zwischenstaatlicherAufsichtsbehörde mit dem Sitz in Mainz geschaffen, die aber mit demSturz Napoleons 1813 ihr Ende erreichte. Als Frucht der Beratungen derKommission für die Ordnung der Rheinangelegenheiten auf dem WienerKongreß ging die aus Vertretern der sieben Uferstaaten bestehendeZentralkommission für die Rheinschiffahrt mit dem Sitz in Mainz hervor.Am nachhaltigsten sträubte sich gegen eine Herabsetzung der ZölleHolland, das allerdings die schwierigste und kostspieligste Unterhaltungder Rheinstrecke hatte. Nach dem Abgang Napoleons hatten die Nieder-lande das französische Dekret vom 20. Oktober 1811, das die freie Fahrt aufdem Rhein bis zur See bewilligte, 1813 sofort aufgehoben und die altenWasserzölle wieder eingeführt, die französischen Zollgesetze aber durchdie altenConvoyen undLizenten ersetzt, wie sie im wesentlichennach dem Plakaat von 1725 bestanden hatten. Und nun beginnt der jahr-zehntelange Streit über die Freiheit der Schiffahrtjusquä la mer,Worte, die sowohl in dem Pariser Friedensvertrage von 1814 wie in

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