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Hundert Jahre J. P. Bachem : Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag ; [1818 - 1918 ; Köln, 4. Mai 1918]
Entstehung
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werden müssen, worüber sich Aufzeichnungen oder Anhaltspunktenicht erhalten haben. Ihre Tätigkeit wird sich in der Hauptsacheauf zwei Ausübungen beschränkt haben: das Trocknen und Pressender feuchtgedruckten Werkdruckbogen und das Broschieren derVerlagswerke, das freilich erst damals allgemeiner üblich wurde,denn vordem versandte der Verlagsbuchhandel einfach die un-gefaßten (rohen) Bogen.

Aus den schon früher erwähnten Zündorfschen Aufzeichnungengeht hervor, daß im Jahre 1860 in der Bachemschen Buchbindereiund der Zeitungs-Versendung der Meister Dick mit zwei bis dreiGehilfen, einem Lehrling und acht bis zehn Hilfsarbeitern tätigwar. Außer einem Papierschneide-Apparat befanden sich dortzwei hölzerne und eine eiserne Glättpresse und andere Vor-richtungen. Die vor dem Druck gefeuchteten Bogen mußtennach dem Druck wieder getrocknet werden. Damals wurdenje sechs bis acht Bogen über nahe der Zimmerdecke angebrachteSchnüre aufgehängt. Solche befanden sich nicht allein in der zuebener Erde gelegenen Buchbinderei, sondern auch in der Setzereiund Druckerei. Die nach einigen Tagen heruntergenommenen Bogenwurden dann zu mehreren zwischen Glanzpappen in der Glätt-presse einer alten, sehr massiv gebauten Schraubenpresseaus Eichenholz über Nacht glatt gepreßt.

In dem Druckereigebäude an der Bahnhofstraße war die Buch-binderei im zweiten Stockwerk in einem großen hellen Raumuntergebracht, in dem der Meister Peter Josef Bölling seit dem23. Oktober 1865 mit gutem Erfolg das Zepter führte. Zu derhölzernen Glättpresse hatte sich eine neue eiserne Schrauben-spindelpresse gesellt, zu Anfang der 70 er Jahre kam eine hydrau-lische Presse dazu.

Jos. Bachem ließ seine sämtlichen Söhne während ihrer jungen Jahreeinen förmlichen Lehrkurs bei Meister Bölling durchmachen, um sie inder Handfertigkeit zu üben. Vielfach wurde dazu unter Beteiligung vonSchulfreunden der Sonntagvormittag verwandt. Daß die Jungen, nichtgerade die ruhigsten, dabei häufig auch mit dem Lederriemen Böllingsfühlbare Bekanntschaft machten, bildet noch heute eine ihrer fröhlichstenJugenderinnerungen.

Anfangs der 80er Jahre wurde es im Bachemschen Verlagsbuch-handel üblich, geeignete Werke in gebundenem Zustande auf denMarkt zu bringen. Das Steinsche Gesang- und Gebetbuch ließ JosefBachem damals noch in fremden Buchbindereien und staatlichen