(Verfassungspartei)“ vereinigten. (Die frühere „KatholischeFraktion“ von 1852 war im Herbst 1867 erloschen.) Die neuePartei wollte „für Aufrechterhaltung und organische Fortbildungverfassungsmäßigen Rechtes im allgemeinen und insbesonderefür die Freiheit und Selbständigkeit der Kirche und ihrer Insti-tutionen“ eintreten. Dieselben Beweggründe führten bei denReichstagswahlen anfangs März 1871 zur Bildung der politischenZentrumsfraktion des Reichstags.
Wie in früheren kritischen Zeiten, so erhoben auch jetzt inder KV hervorragende Politiker ihre Stimme, so aus Parlaments-kreisen Aug. Reichensperger, Freiherr v. Hertling, Julius Bachem,die Professoren Hitze, Schädler usw. und befähigten sie zurStellungnahme zu allen Fragen des politischen Lebens. DiesenLeistungen galt auch die mehrfache Anerkennung Ludw. Windt-horsts und der übrigen Führer der Zentrumsfraktionen.
Uebrigens wurde der Kulturkampf Veranlassung zu manchenNeugründungen von katholischen Zeitungen in Westdeutschland,die natürlich der KV manche Bezieher abnahmen. Dazu kamennoch unmittelbare Schädigungen. Auf amtliche Anzeigen, die ihrwegen ihres Verhaltens gegenüber der Regierungspolitik ent-zogen worden waren, mußte sie verzichten, ihr Verkauf auf denBahnhöfen wurde untersagt. Eine lange Reihe von Preßprozessen,die zwar manchmal mit Freisprechungen endeten, nahmen aberdoch die Kasse des Verlegers stark in Anspruch. Das hinderteaber Verlag und Schriftleitung nicht, den Inhalt immer mehrauszubauen, besonders nach der kulturellen Seite. Bevorzugtwurde dabei das Schul- Erziehungs- und Bildungswesen.
Durch den Eintritt Brückmanns nach der Katastrophe Hoff-mann-Reusch waren die Verhältnisse in der Schriftleitung nochnicht wieder zufriedenstellend geregelt. Bei seinen Bemühungenum weitere Vervollständigung der Leitung traf nun der suchendeBlick des Verlegers auf den Sohn eines Vetters, des KaufmannsWilhelm Bachem in Mülheim a. d. Ruhr: Julius Bachem.
Julius Bachem sollte nach dem Willen des Vaters Kaufmann werden.Am 2. Juli 1845 geboren, verlebte er seine Jugendjahre in kleinen Ver-hältnissen und besuchte dann die Handelsschule zu Rolduc in Holländisch-Limburg, mit der auch eine Lateinschule verbunden war. Er entschiedsich nun für das akademische Studium und studierte nach Ablegung der