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Hundert Jahre J. P. Bachem : Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag ; [1818 - 1918 ; Köln, 4. Mai 1918]
Entstehung
Seite
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handlungsreiches Werk, dessen treibende Kräfte Standesvor-urteile sind.

Das erste Kapitel des Romans sandte sie an Josef Bachem, der dieArbeit lobte, wenn er auch später noch sehr viel an ihr zu verbessernfand.Das Manuskript, sagt die Verfasserin in ihrer Lebensbeschreibung,war herzlich schlecht und hat jedenfalls dem Bearbeiter viele Müheverursacht. Wenn meine schlechte Schrift und mangelnde Interpunktionihn gewiß oft schier zur Verzweiflung brachten, so übten die Korrekturenauf mich eine ähnliche Wirkung aus.

Das Werk erschien von Januar bis März 1875 zunächst im Unter-haltungsteil der Kölnischen Volkszeitung und wurde von den Lesern mitwahrer Begeisterung verschlungen. Im Herbst desselben Jahres lag esals Buch vor und hatte einen so durchschlagenden Erfolg, daß die erstestarke Auflage in acht Monaten vergriffen war. 1907 erschien die 25.Auflage und gleichzeitig eine Prachtausgabe mit einem Gedenkblatt vonFrl. M. Hamann. Es war das erstemal, daß eine Romandichtung einerkatholischen Schriftstellerin in Deutschland es auf ein ViertelhundertAuflagen gebracht hatte. (1918 wurde das 56. Tausend gedruckt.) Eineenglische Uebersetzung erschien bei Burns and Oates in London unterdem TitelNora. A novel by Mary Princess Liechtenstein, dem Namender Uebersetzerin. Auch ins Spanische ist das Werk übertragen worden.

Durch den Erfolg angeregt, nahm die Schriftstellerin nunmehr eineneue Arbeit vor, die früher aus dem Grund liegen geblieben war, weilin ihr ein städtisches Ballfest eine Rolle spielte, während sie ein solchesnoch nicht erlebt hatte. So umweht die NovelleNicht wie alleAndern ein Teilchen Jugendhauch.

Während dann noch ein anderes kleineres WerkAus fernenLanden entstand, ein Bild mexikanischen Landschafts- Kultur- undLiebeslebens, entwarf Ferdinande schon den Stoff zu ihrem zweitengroßen RomanDaniella. Der Kampf des von Gott losgelösten selbst-herrlichen Geistes (geschildert in der Heldin) gegen die demütige Unter-ordnung und die Arbeit für die höchsten Ideale des christlichen Glaubensschwebte ihr dabei vor. Auch dieser Roman erzielte sowohl bei denLesern der Kölnischen Volkszeitung, wo er von Dezember 1877 bis Mai1878 erschien, wie auch in Buchform im Jahre 1878 einen großen Erfolg.

Hatte die Dichterin bisher ihre Stoffe ihrer aristokratischen Umweltentnommen auch in der Tochter des Kunstreiters handelt es sich umhochgestellte Personen so trat in ihrem nächsten RomanAm Heid-stock zum erstenmal ihr soziales Empfinden in den Vordergrund, indem sie das ihr ebenfalls wohlbekannte Volksleben ihres Dorfes zumVorwurf nahm. Diesem 1881 erschienenen Werke, in dessen Mitte eineschlichte Bauerntochter steht, folgte schon 1883 die NovellePrinzeßAda, in der eine Fürstentochter ihr Herz an einen im Range Tieferste-henden verliert.