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Hundert Jahre J. P. Bachem : Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag ; [1818 - 1918 ; Köln, 4. Mai 1918]
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unermüdliches Streben war, wie sie im Vorwort zur zweitenAuflage vonAus der Heimat selbst sagt, durch ihre Erzäh-lungenechtes Gottvertrauen und reine, wahrhaftige Gesinnungenzu fördern und in guter Absicht, ohne Bitterkeit die Irrtümerund Schwächen meiner Mitmenschen zu bekämpfen. Indes trittdiese Absicht durchaus nicht lehrhaft oder überhaupt besondersbemerkbar zutage. Auch ihr katholisches Bekenntnis, wennsie es auch nie verleugnet, drängt sich dem Leser nicht etwain auffälliger Weise auf. So gibt sich Maria Lenzen als echteHeimatdichterin, die unsere schnellebige Zeit, die nur nach demNeuen hascht, vielleicht zu rasch vergessen hat.

Ein zweites, noch wesentlich stärkeres Erzählertalent tratim Jahre 1875 in Ferdinande Freiin von Brackei imBachemschen Verlag in die Erscheinung.

Am 24. November 1835 zu Welda im Kreise Warburg i. W. geborenund von dem hochbegabten Pfarrer des Dorfes bis zu ihrem 18. Jahrewissenschaftlich ausgebildet, trat sie zuerst im Jahre 186 1 ! mit einigenGedichten in die Oeffentlichkeit. Im gleichen Jahre hatte eine Fahrt nachGastein sie zu einer GeschichteHeinrich Findelkind angeregt, dieim Jahre 1874 im Westfälischen Volksblatt in Paderborn und dann imEcho der Gegenwart in Aachen erschien. In Buchform bildete sie einBändchen des Manzschen Lesekranzes, ohne aber Beachtung zu finden,bis sie im Jahre 1906 als 33. Bändchen in der Sammlung Bachems Volks-und Jugend-Erzählungen (s. später) wieder auferstand und seitdem infünf Auflagen erschien. Im Todesjahre ihres Vaters, der 1873 vierund-achtzigjährig starb, erschienen ihre Gedichte bei Junfermann in Paderbornals Buch, das 1880 in Bachems Verlag überging.

Als leuchtendes Beispiel für ihr Schaffen galt ihr Lady Fullerton,die so sagt sie in ihrer Selbstbiographie ohne lehrhaft zu sein,doch dem katholischen Boden, dem sie entsprungen, auch gerecht wurde.

Ihr ältester Bruder, der auf der Universität den Zirkus Renzin seinem Glanze gesehen hatte, erzählte viel davon während derlangen Wintermonate in dem einsam gelegenen westfälischenFreiherrnsitz. Diese Erzählungen erzeugten in Ferdinande denGedanken zu ihrem ersten RomanDie Tochter des Kunst-reiters. Ohne jemals einen Zirkus gesehen zu haben, ohne dieSchauplätze der Handlung näher zu kennen nur der rheinischenUniversitätsstadt Bonn hatte sie bisher einen flüchtigen Tagesbe-such gewidmetentstand dies Gemälde des Kunstreiterlebens, ein