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Hundert Jahre J. P. Bachem : Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag ; [1818 - 1918 ; Köln, 4. Mai 1918]
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Humanität, von Standes-Vorurtheilen . .. Die Bürgerlichen, die gleich dieganze Hand fassen, wenn man ihnen nur einen Finger reicht, stimmtensogleich, als müsse es so seyn, in diesen Ton, und die schuldige Ehr-furcht, die dem adeligen Blut gebührt, ward ganz bei Seite gesetzt. Hiezuwürkte der um diese Zeit in Deutschland sich überall ausbreitende Frei-maurer-Orden, wo die verschiedensten Stände sich so lange unter-einander Bruder nannten, bis es einer oder der andere glaubte. Immerhäufiger wurden nun Mißheurathen, die das edle Blut des Adels verun-reinigten ... In jener Zeit ward das preußische Gesetzbuch gemacht,dessen Einleitung recht schön philosophisch klang; da war auch vonMenschenrechten, und solchen Mode-Begriffen die Rede.

Einen vernünftigem Zweck, nämlich vor der Auswanderung zuwarnen, hatte das nächste Verlagswerk, das der Verfasser, derCameralist und Kölner Regierungsrat Dr.Wilh. Butte (17721833)Erinnerungen an meine teutschen Landsleute,welche versucht seyn sollten aus Europa zu wan-dern betitelte. Er behauptet darin, daß Europader vorzüg-lichste Welttheil für den Menschen in seinem natürlichen, d. h.in dem gesellschaftlichen Zustande sei. Sterben und Abgabenzahlen müsse man überall, und Krieg gebe es ebenfalls überall.Manche Leute haben schon das Schicksal, daß der Krieg immerwieder da ausbricht, wohin sie sich und die Ihrigen flüchteten,um seiner Geißel zu entgehen.

Das Jahr 1816 brachte dann nochVorschläge zur Er-richtung eines allgemeinen Jungfrauen-Stiftes inPreußen, die ein unbekannter Verfasserim Depot der preu-ßischen Kriegs-Gefangenen zu Limoges im Januar 1814 geschriebenund dem Großherzog von Sachsen-Weimar,dem Beförderer allesGuten und Schönen in Deutschland, gewidmet hatte.

Er macht in dem seltenen Büchlein, das nur noch in einem Stück inder Kgl. Bibliothek in Berlin aufzutreiben war, den Vorschlag zur Ein-richtung einer Art weltlichen Klosters, in dem edle Jungfrauen Kranke,besonders im Dienst des Vaterlandes verwundete Krieger, pflegen, Findel-häusern vorstehen und durch unentgeltliche Unterrichtserteilung anMädchenschulen für weibliche Erziehung tätig sein sollten. Nach denKriegen hatte manches deutsche Mädchen ihren tapferen Bräutigam verlorenund sichentschlossen, ihr ganzes Leben dem Andenken des Verlorenenzu weihen. Das Stift sollteden geselligen Begriffen des jetzigen Jahr-hunderts und der fortgeschrittenen Aufklärung entsprechen; es wolltedem weiblichen Geschlechtneben dem Manne Selbständigkeit, verleihen.Wie schmerzlich muß es dem weiblichen Gemüth seyn, sagt dieserfrühe Verfechter der Frauenemanzipation,bei den jetzigen geselligen