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Hundert Jahre J. P. Bachem : Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag ; [1818 - 1918 ; Köln, 4. Mai 1918]
Entstehung
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der Selbständigkeit der Stadt die Literatur durch eine dreifacheZensur der Hochschule, des erzbischöflichen Offizialats unddes päpstlichen Nunzius einerseits in engen Schranken gehaltenworden, so unterdrückte, wie Ennen in seinen Zeitbildern ausder neueren Geschichte der Stadt Köln, Seite 35, sagt,geistigeDumpfheit und mercantiler Sinn jeden Geschmack an höherenGenüssen des Geistes. Nach Ausweis der Kataloge, die demInspektor des Buchhandels und der Buchdruckereien vor demDruck zur Genehmigung eingereicht werden mußten, beschränktesich der ganze buchhändlerische Verkehr nach Ennen (DieFamilien DuMont und Schauberg in Köln, Seite 116) um 1810 aufden Verkauf von Schulbüchern, Katechismen, Biblischen Ge-schichten, Gebetbüchern, Jugendschriften, Gesetzbüchern undVolksschriften.

Daß die Schuld an diesen Verhältnissen nicht am Kölner Buch-handel lag, geht aus einer Bemerkung Stockhausens hervor, dieer in seiner 1805 in Köln erschienenenGeschichte in Briefenmacht.Der Buchhandel, sagt er,ist zwar noch nicht, was ersein sollte; man kann aber doch alle guten Bücher haben. Buch-druckereyen giebt es 17 3 und solide Handlungen 5. Hr. Imhof undHr. Schmitz, beyde Buchhändler, haben eine Leihbibliothek. Lese-kabinetter von Journalen und Zeitungen sind keine anzu-treffen. Von Zeit zu Zeit sind periodische Schriften herausge-kommen, aber nie von langer Dauer gewesen. Deutsche Zeitungen,die über den anderen Tag erscheinen, giebt es hier drey und einliterarisches Sonntags-Blatt. Sie sind nur heisere Posaunen des»Moniteur«.

So also war der Boden beschaffen, auf dem die neuen Verlegerausgingen um zu säen.

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Als erstes Werk ging aus dem neuen DuMont-BachemschenVerlag im Jahre 1815 die Uebersetzung eines französischenOriginals von Comte hervor. Der Verfasser, damals in denzwanziger Jahren stehend, war ein entschiedener Gegner derfranzösischen Kaiser-Regierung, deren Fehler er im Verein mitDunoyer in einer kleinen, zwanglos erscheinenden ZeitschriftLeCenseur so freimütig besprach, daß die Hefte, die oft schonwenige Tage nach Erscheinen mehrere Auflagen erlebten, ver-boten wurden. Die Redaktoren halfen sich, indem sie den Censeur