Druckschrift 
Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
Entstehung
Seite
237
Einzelbild herunterladen
 

237

1664 als die letzte Liechtensteinerin steirischer Herkunft zu Nürnbergund liegt allda zu St. Johann in der Vorstadt Wörd begraben. IhreVerwandten Johann Friedrich und Bernhard Maximilian von Eckwidmeten ihrer Muhme einen Nachruf in Versen.

Auch die Wurmberger Linie wurde von dein Ausweisungspatentbetroffen. Dem ältesten Zweige gehörte Franz an, der eine Mesallianceeinging, indem er sich mit Barbara, der Witwe des Apothekers Bar-tholomäus Zimmermann in Pettau vermählte,') wo er den Niederhofals salzburgisches Lehen besaß. Er nahm den katholischen Glaubenan und blieb im Lande. Am 9. Juni 1636 ist er, ohne Kinder zuhinterlassen, gestorben. Seine Witwe blieb in wohlgeordneten Verhält-nissen zurück. Manch altes Stubenbergisches Erbstück ging nach ihremTode an ihre Verwandten über. Ein Sohn Georgs des Älteren vonder Wurmberger Linie, Wolsgang Adain, starb 1631 zu Ingolstadt.Der übrigen Verwandten aus der Wurmberger Linie werden wir aneiner andern Stelle gedenken.

Mchkundzwanzigstes Rapikel.

Das Haus Stubenberg in Steiermark von1629—1668.

Der ungeheure Sturm, der bei Beginn des großen deutschenKrieges über die österreichischen Länder dahinbrauste, hatte auch denkraftvollen Stubenbergischen Baum heftig zerzaust, alte, morsch gewor-dene Äste hinweggerissen, jüngere und frische geknickt und manchesSamenkorn in wildfremde Gegenden verstreut. Man mochte zusehen,ob Luft und Licht sie dort zu einem Gedeihen zu bringen vermöchten,wie dies im grünen Steirerlande der Fall gewesen mar.

Hier ruhten jetzt alle Hoffnungen auf zwei noch jugendkräftigenMännern, von den sich der ältere schon trefflich bewährt hatte und auchder jüngere von trefflicher Art war: Georg und Wolf. Sie hattenausgezeichnete Eltern besessen; denn wie Georg Hartmann, hatte auchihre Mutter Dorothea geborene von Tannhausen große Gaben desVerstandes und Herzens. Noch hat sich das Stammbuch dieser Edel-dame erhalten. 9 Sie zeichnet dort den 26. Mai 1595, den Tag ihrerhochzeitlichen Freude, ein, dann die Geburtstage ihrer Kinder und dieNamen der Paten. Der Ehe entsproßten acht Kinder. Von den dreiSöhnen starb der älteste, Chaimroth, da er erst ein Jahr zählte. Am18. Juni 1598 erblickte Georg, am 27. Juli 1699 Wolf das Licht

') Sie brachte in die Ehe SM Gulden und IM Dukaten in Gold. VonFranz besaß sie eine „Donation" per 100V Gulden. Sieh Landrecht Stuben-berg, 223. Dort der Heiratsvertrag vom 2k. Jänner 1629.

') Loserth, im 3. Jahrg. d. Steir. Zeitschr. f. Gesch., S. 26—28.