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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
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in den kirchlichen Fragen war zweifelsohne seine Vermählung mitBarbara von Khevenhüller, die aus einem Hause mit stark protestantischenGesinnungen stammte. Die Briese, die der alte Bartlme Khevenhüllervon Klagenfurt oder Landskron aus an seine Tochter nach Steiermarkschrieb, "konnten sie in diesen Gesinnungen nur bestärken. Schon am22. Oktober 1595 läßt der alte Khevenhüller sich vernehmen, daß man >

von den Jesuiten das Schlimmste zu befahren habe. Der Ehe entsproßein einziges Kind: Anna, die 1594 geboren wurde. Das junge Paarhatte seinen Sitz auf Mureck genommen, einem Schlosse, das erst injüngster Zeit, wahrscheinlich im Hinblick auf seine jetzige Bestimmung,von einem italienischen Baumeister, Andrea Bertholeto aus Como,demselben, der auch das landesfürstliche Schloß Weinburg erbaut hatte,zum großen Teil neu aufgebaut und „in italienischer Form" zugerichtetworden war. Nach dem Tode seines Vaters dürfte er aus verwaltungs-technischen Gründen seinen Sitz aus Kapfenberg genommen haben, dochzog es ihn auch später immer wieder in das liebgewonnene Mureck.

Seine zahlreichen Geschäfte, die Verhandlungen im Land- und Hofrechte,seine Teilnahme am Landtag führten ihn oft in die Hauptstadt, woer ein stattliches Haus sein eigen nannte. Als die schwierigen undlangwierigen Kämpfe der Stände um die Wahrung der ihnen vonKarl II. gemachten Zugeständnisse begannen, warfen die Stände ihrAuge auf Georg als auf ihren Führer und Berater. Am 15. Februar1598 wählten sie ihn in einen zu diesem Zwecke zusammengesetztenSonderausschuß, fünf Tage später zum Verordneten des Landes undbaten ihn, sich, so oft es die Notwendigkeit erheische, im Verordneten-kollegium, das im Landhaus tagte, einzufinden. Hätte Georg die Wahlangenommen, so hätte man in ihm den zukünftigen Landeshauptmann s

erblicken dürfen. Aber er dankte für die Ehre: Er könne sich weder zumVerordneten- noch zu einen: andern Dienst gebrauchen lassen. Allerdingskam er der Landschaft in anderen Dingen gern entgegen, er gewährteund verlängerte ihr Darlehen und nahm, als die Zeitläufte immerdüsterer, die kirchlichen Kämpfe immer schärfer wurden, mit den anderengroßjährigen Mitgliedern der beiden Linien seines Hauses, an demStreit um die Erhaltung des protestantischen Kirchen- und Schul-ministeriums Anteils) So sehr Georg für die Interessen seiner Glaubens-genossen eintritt, so wenig wünscht er, daß den Katholiken in ihremRechte irgend ein Eintrag geschieht. Als der Pfarrer zu Kapfenbergbei ihm hierüber Klage führt, spricht er sein Bedauern aus: „Ist mir", j

schreibt er, „nicht lieb, daß er von den Meinigen betrübt werden s

sollte."6) Großen Ruhm unter seinen Glaubensgenossen gewann er,

tz Wir entnehmen die Nachricht dem Schreiben des salzburgischen Vize-doms Hans Jakob von Khuenburg an seinen Herrn, den Erzbischof WolfDietrich von Salzburg, vom 6. Februar 1591, Stubenberg-Archiv, Vizedomamt 5

Leibnitz.

ch Akten und Korrespondenzen, I, 445—465, 471. Auf ausführliche Zitateaus den Akten wird verzichtet. Vgl. die Einleitung zu diesen, Bd. 2, S. XlAIIbis UVII.

ch Ebenda S. 78S/9.