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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
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gesichert wäre, si Die Summe, die ihnen gezahlt werden sollte, beliefsich auf 5000 Pfund, Die beiden Brüder zögerten, auf den Vorschlageinzugehen. Abgesehen davon, daß auch Wolf beigezogen werden sollte,hatte es ganz das Aussehen, als sollte die Herrschast ihnen mit Gewaltabgedrungen werden. Dann kam in den Urkunden auch Kaisersbergvor. Wird man nicht auch aus dieses die Hand legen wollen?^ Eskam zunächst zu keiner Einigung. Die Sache zog sich wegen der schwerenErkrankung des jüngeren Bruders iu die Länge. Von großem Interesseist ein Schreiben Franzens, das den Beweis enthält, daß sich dieserStubenberg der neuen Lehre angeschlossen hat. Er nimmt darin denjüngeren Bruder scharf ins Gebet. „Daß Du krank aus Tobelbad ge-kommen, ist mir unlieb zu hören. Aber das ist die Strafe des Himmels,wenn man sich so um das heillose irdische Gut reißt und Tag undNacht an nichts anderes denkt. Da nimmt der Herr die Zuchtrute indie Hand. Gedenke Deines Seelenheils, denn Du wirst aus DeinenWerken nicht selig, sondern allein aus den: Glauben. Deiner Gesund-heit wegen solltest Du jetzt nach Venedig ziehen; ich will gern die Auf-sicht über das Deine führen: in Wurmberg sowohl als in Halbenrain,Klöch und Kapsenberg. Bin Dir auch nicht gram, daß Dir die Herrendas Gut in der Rabnitz, das zum Rotenturm gehört, zugesprochenhaben, wiewohl die Hälfte mir gehört. Verfüge Dich nach Kaisersberg,wo ein tüchtiger Arzt ist, der auch mich in sechs Wochen gesund machenwill. Gelingt ihm das nicht, so gehe ich nach Weyden, Venedig undPadua".ch Wenn ihn Ambros beschuldige, daß er mit dem gemein-samen Gute schlecht gewirtschaftet, „bedenke doch", schreibt er, „dieHöhe der Steuern, bei denen jetzt schon sechs Schilling auf das PfundHerrengült gehen. Schlag' an, wie Du willst. Du kannst es nicht heraus-bringen, was die Landschaft fordert, es sei denn. Du willst die Baicernverjagen. Dann kommen die Leistungen für das Heer, die uns auchpersönlich treffen. Im Türkenkriege sind uns Häuser zerstört und ganzeDörfer verbrannt worden. Was ist an Bauten ausgegeben wordenund zuletzt wie viel für die Ausstattung der Schwestern". Noch bedeut-samer ist ein Schreiben, das Franz am W. September 1540 von Kaisers-berg aus an seinen Vetter Wolf gerichtet hat. Es ist förmlich seinTestament. Überzeugt, daß er von feiner Krankheit nicht genesen wird,empfiehlt er ihm seine und seines Bruders Angelegenheiten auf daswärmste und bittet iu einzelnen Punkten um seinen Rat: „Hab' ichEuch all mein Leben lang gefolgt, so ivill ich's auch jetzt noch tun."Er sorgt noch für seine minderjährigen Verwandten; gemeint sindwohl Balbina und Bärbel. Was ihn am meisten bekümmert, ist dasLeiden feines Sohnes, des jungen Balthasar. Noch kräftiger als indem vorhergehenden Schreiben betont er seinen Glauben an Gott denHerrn, in dessen Hände er seine Seele befiehlt, da er weiß, daß ernur durch den Glauben selig zu werden vermag.

') Schreiben vom 12. März 1540, ebenda.

") Ebenda.

ch Ebenda, Schreiben vom 26. August 1540.