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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
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alten Zusammenhangs der beiden Häuser wird uirgend mehr gedacht.Nochmals - - am 28. Mai 1492 — einigte sich Balthasar von Stuben-berg, Domherr zu Salzburg, mit seinen beiden Brüdern über ihrväterliches Erbe;^) das mütterliche wiesen sie ihrem Schwager HansOberhaimer zu.^) Mit Göß kam Otto von Stubenberg wegen Aus-übung der Vogteirechte über die Stiftsgüter in einen Streit, der sichlängere Zeit hinauszogt) Zum letzten Mal begegnen wir Otto bei derbekannten Ausweisung der Juden aus dem Lande. Die Stände ver-pflichteten sich, jene Rente abzulösen, welche die landessürstliche Kammeralljährlich von den Juden als den Kammerknechteu des Landesfürstenerhob. Das am 7. September 1495 erlassene Patent über die Auf-bringung dieses Geldes ging von Otto und vier anderen Ständemit-gliedern aust) Otto scheint im Jahre 1495 gestorben zu sein. Vonden Söhnen des Thomas von Stubenberg waren nur noch Andre undBalthasar am Leben. Dem ersteren begegnet man in Urkunden biszum Jahre 1499. In der zweiten Hälfte dieses oder im nächsten Jahredürfte er gestorben sein, denn die Lehen, die von dieser Linie desHauses Stubenberg ausgehen, werden seit 1501 von Balthasar ver-liehen. Dieser erreichte ein hohes Alter. In die Streitigkeiten, die esin den Neunzigerjahren zwischen dem Erzbistum Salzburg und demösterreichischen Landesfürstentum gab, mitverflochten, war seine Stel-lung eine schwierige. Als Erbe seines Bruders war er in einen „Land-fall" verwickelt, in den dieser wegen unbefugter Weineinfuhr gekommenwar.") Damals hat Wolfgang von Stubenberg seinem Vetter aus derNot geholfen, dafür versprach dieser, ihm nach seinem Ableben SchloßFrauenburg zu überlassen. Die Sache wegen des Landsalls zog sichübrigens noch ein ganzes Jahrzehnt fort und Balthasar mußte dieHilfe seiner Vettern Hans und Wolfgang in Anspruch nehmen. Manweiß, daß Balthasar auch in die Streitigkeiten verflochten war, die esim Schöße des Hochstistes Salzburg gab, ohne daß man hierüber einnäheres zu sagen wüßte.")

0 Orig,-Perg,, niederösterr. Landesarchiv, 3331.

2) Orig.-Pcrg., Herberstein-Archiv, L, XXXVIII, 13.

ch Orig.-Urk. vom 27. April nnd 21. Mai 1495 im steierm. Landesarchiv.

tz Ebenda, sieh Mnchar, VIII, 192.

5) Am 20. Mai 1502 fordert der Landeshauptmann Reinprecht von Reichen-burg, daß Balthasar die Güter aus der Hinterlassenschaft Andres unver-züglich abtrete. Sieh auch das Jnsert zur Urkunde vom 3. April 1521, steierm.Landesarchiv.

") Wir besitzen eine Nachricht (Kopie, steierm. Landesarchiv), „daß Bal-thasar von Stubenberg auf Verwendung des Kaisers wieder unter die Kano-niker von Salzburg ausgenommen wurde und daß er nach Rom reisen werde",ohne daß wir sagen könnten, auf welche Streitigkeiten sich diese Sache bezieht.Übrigens kann im allgemeinen gesagt werden, daß die Geschichte der Kinderdes Thomas von Stubenberg zu den dunkelsten Partien der Geschichte desHauses überhaupt gehört, da sich von den Papieren dieser Linie fast nichts er-halten hat. Wir besitzen z.B. einen Brief Jakobs von Stubenberg an Friedrichvon Stubenberg, Christoph von Mindorf und Tibold Harracher aus dem Jahre1485, in welchem er um freies Geleite nach Graz bittet, um sich nnd die Seinengegen den Vorwurf, Raub und Mord begangen zu haben, verteidigen zu können.