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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
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des Stiftes zu Aflenz, Maria-Zell und in der Veitsch, die im Stuben-bergschen Landgerichte im Mürztale sich befanden; desgleichen um den„Marchdienst" der Holden edler Leute in jenen Gegenden. In Zukunftsollten weder die drei Stubenbergischen Brüder noch ihre Erben mitdem Gerichte in jenen Gegenden etwas zu schaffen und zu handelnhaben, es sei denn, daß es sich um einen daselbst begangenen Tod-schlag handelt. Da soll ihnen als Bußgeld zufallen ein halb Pfundund ein Pfennig. Es blieben sonach die Malefizfälle dem Landrichtervorbehalten.') Das Kloster ist gehalten, einen von den drei Brüdernzum Schirmer zu nehmen und ihn als solchen vom Landessürsten zuerbitten. Geht er mit Tod ab, so tritt ein anderer an seine Stelle.Dafür erhält er jährlich zu Michaelis aus der Stiftskammer 94 MarkPfennig. Mehr vom Kloster jetzt oder später zu fordern, haben siekein Recht. Von den Brüder» wurde nun in der Tat seitens desKlosters Friedrich zum Vogt erkoren/) Er siegelt als solcher Kauf-urkunden des Stiftes.") Da die Stubenbergischen Brüder im Dienstedes Landesherrn zu wiederholten Malen außer Land weilen mochten,schlössen sie mit den benachbarten Edlen förmliche Bündnisse, durchdie sie vor plötzlichem Überfall genügend geschützt waren, so mit demGrafen lllrich von PfannbergWenn es zwischen dessen und denUntertanen der Stubenberge zu einem Streite käme, solle er „dazunichts thun", ehe sie die Sa che ihnen selbst vorgebracht haben.Und würden die Stubenberge nicht daheim sein, so werde man siezunächst an den Landeshauptmann Ulrich von Walsee bringen. Indem Vertrage werden die Brüder Friedrich und Otto genannt. Ulrichscheint sich in einer Stellung bei Hose befunden zu haben. Er weiltam 3. Jänner 1346 in Wien/) Daß er sich bei Hofe großer Beliebt-heit erfreute, darauf weist die in jeder Weise seltene Auszeichnung hin,die ihm die Huld des Herzogs Albrecht und seiner Gemahlin zukommenließ. Sie verleihen ihm „ihr Kleinod", den „goldenen Poschen", densie von ihrer Herrschaft Pfirt aufgeerbt haben. Bekanntlich ist dieGrafschaft Psirt eben durch Johanna, die Erbin von Pfirt, an Habs-burg gekommen. Es dürfte sonach wesentlich die Gunst der edlenLandesfürstin gewesen sein, die ihm die Auszeichnung zuwandte. Erund seine Kinder, heißt es in der Urkunde/) sollen dies Kleinod

') H. Pirch eg ger, Historischer Atlas der österreichischen Alpenländer:Steiermark. Erläuterungen zur Landgerichtskarte, Bl. 11 u. IS. Die Grenzender Freiung Aflenz wurden 166S beschrieben, ebenso die von Maria-Zell undVeitsch (Kopie im steierm. Landesarchiv und Sliftsarchiv St. Lambrecht).

Urk. ddo. 24. Juni 1348; Not.-Bl. IX, 43S. Wolf von Stubenberg,der große Reorganisator des Stubenbergischen Besitzes in der ersten Hälfte des16. Jahrhunderts, merkt an dieser Urkunde an: „Der Brief weist aus, daß ichder Äbte von St. Lambrecht Vogt sei." Original im steierm. Landesarchiv, 2357.Sieh auch Muchar, VI, 305.

2) Steierm. Landesarchiv, 2281 a, Urk. vom 25. Mai 1346.

Ü Urk. ddo. 13. Juli 1345.

h Urk. 338 des niederösterr. Landesarchivs.

°) Kopie im steierm. Landesarchiv. Das Original hatte Archivar War-tinger eingesehen. Er hat es auch kopiert. Gedruckt, Not.-Bl. IX, 433.