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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
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Siebentes Kapitel.

Die Krise des Hauses Habslmeg von 1292 und dasHaus Stuvenbeeg.

Am 15. Juli 1291 war König Rudolf in Speier gestorben.Wie wenig das große, von ihm geschaffene Werk im Südosten desDeutschen Reiches noch gefestigt war, entnimmt man dem Gang derdeutschen Politik in den nächsten Monaten und zuvörderst den Ereig-nissen, die sich in Steiermark und Kärnten abspielten. Wer hier derSache aus den Grund sah, dem konnte die Ähnlichkeit der Lage inden österreichisch-steirischen Ländern mit der des Jahres 1276 nichtentgehen, und die gleichen Motive, die damals zum Sturz der böh-mischen Herrschaft geführt hatten, schienen auch diesmal wirksam zuwerden. Sicher ist, daß jene Kreise, denen das Haus Habsburg seinEmporkommen in den österreichischen Landen in so hervorragendemMaße verdankte, jetzt mit sehr gemischten Gefühlen des Tages vonRenn und dessen gedachten, was diesem gefolgt war. Kaum andert-halb Jahrzehnte sind seit diesem denkwürdigen Tage verflossen unddieselben Kräfte, die damals den Anschluß an das zur königlichenWürde gekommene schwäbische Grafenhaus gesucht hatten, stehen imBegriff, sich wieder von ihm zu scheiden.

Begünstigt wurden sie durch die Widerstände, die das HausHabsburg jetzt allerorten fand. Nur in allgemeinen Umrissen kann hierim Rahmen dieses Werkes davon die Rede sein. Man kennt dieweitaussehenden Pläne, die König Rudolf noch in seinen letztenLebensjahren für die Größe seines Hauses gehegt hat: es galt denErwerb der ungarischen Krone und die Nachfolge im Deutschen Reiche.Er selbst mußte so hohen Zielen entgegen noch die rauhe Wirklichkeitverspüren.

Nun, da er tot war, stand die Herrschast seines Sohnes Albrechtselbst in Österreich und Steiermark in Frage; wie wäre da die Nach-folge im Reiche durchzusetzen gewesen. Erhoben sich hier die ständischenGewalten mit Ungestüm gegen ein ihnen mit jedem Tage unbequemerwerdendes Landesfürstentum, so taten sich dort alle in den letztenJahren vom Hause Habsburg zurückgedrängten Mächte zusammen, umalte Ansprüche zu erneuern und um verlorene Positionen zurückzu-gewinnen : ein großer antihabsburgischer Fürstenbund tritt schon wenigeMonate nach Rudolfs Ableben in die Erscheinung, und beide Rich-tungen traten miteinander in unmittelbare Verbindung. Wenn sich dersteirische Adel gegen Herzog Albrecht, der kärntnische gegen Meinharderhebt, im Zusammenhang damit Herzog Otto von Bayern die aufden Erwerb der Steiermark gerichtete Politik seines Vaters Heinrichaufnimmt, wenn Böhmen unter Wenzel II. die Wiedererwerbnng dervom König Ottokar verlorenen Länder betreibt und schließlich imsteirisch-kärntnischen Adel die Ansprüche der Babenbergerin Agnes durchihren Gemahl, den Grafen Ulrich von Heunburg, wieder lebendig