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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
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Fünftes Kapitel.

Die Stellung des Hauses Stubenbeeg zur lwhuri-scheu Heerschaft in Steiermark und sein Anteil ander Erhebung des Haufes Habsburg.

Am 15. Juni 1246 war der streitbare Herzog Friedrich, der Letztevom Mannesstamm des babenbergischen Hauses, im Kampfe gegenBela IV. von Ungarn bei Wiener-Neustadt gefallen. Es war das nichtweit von den ursprünglichen Sitzen des Hauses Stubenberg. Gierig strecktendie Nachbarn ihre Hände nach dein Erbe des Gefallenen aus. Nachdem Privilegium vom Jahre 1156 konnten die erledigten österreichi-schen Länder — nicht auch Steiermark, denn für dieses galt das Pri-vilegium nicht — auch an Töchter des letzten Herzogs gelangen. Aberauch an diesen fehlte es; es waren nur Seitenverwandte vorhanden:die ältere Schwester des Gestorbenen, Margarete, Witwe nach KönigHeinrich, dem Sohne des Kaisers Friedrich II., dann Gertrud, eineBruderstochter des letzten Herzogs, endlich die Kinder von dessen jün-gerer Schwester Konstanze von Meissen. Von rechtlichem Standpunkteaus waren Österreich und Steiermark erledigte Reichslehen und fielensonach an den Kaiser zurück. Aber Friedrich II. war damals in seinenschweren Kamps mit dem Papsttum unter Innozenz IV. verwickelt,und es war zu gewärtigen, daß der Papst mit allen Mitteln einerVergrößerung der kaiserlichen Macht entgegenarbeiten würde. In derTat ist es ein Ringen zwischen Kaiser- und Papsttum, das in derösterreichisch-steirischen Erbsolgefrage zur Geltung kommt; sucht derKaiser die ledig gewordenen Länder an sein eigenes Haus zu bringen,so ist das Bestreben des Papstes dahin gerichtet, dies zu verhindern,und zu diesem Zwecke unterstützt die Kurie alle die Kräfte, die ihr zurErreichung dieses Zieles verhelfen konnten. Den beiden Ländern standensonach schwere Kämpfe bevor, und die Stellungnahme der Großen mußtejedenfalls von nachhaltiger Bedeutung fein. Von den benachbartenFürsten strebten zunächst Ungarn und Böhmen nach dem Besitz desBabenbergischen Erbes. König Bela IV. von Ungarn wandte sich schonim November 1246 an den Papst und bat ihn um seine Unterstützung.Bessere Aussichten hatte Böhmen. Noch Friedrich der Streitbare hattedem erstgeborenen Sohne König Wenzels, dem Markgrafen Wladislawvon Mähren, die Hand feiner Nichte Gertrud, in welcher er seineErbin erblicken mochte, versprochen. Jetzt wurde die Ehe geschlossen.Aber Wladislaw starb bereits am 3. Jänner 1247. Mittlerweile warMargarete, die zuletzt in Würzburg gelebt und dort die Klostergelübdeabgelegt hatte, in Öfterreich erschienen, um ihr Erbrecht geltend zumachen. Während der Kaiser die erledigten Länder ans Reich zog und1247 den Grafen Otto von Eberstein als Verweser dahin entsandte,wandten sich Margarete und Gertrud an den Papst; in: Hinblick aufdie Stanfischen Erben Margaretens entschied sich dieser nach längerein