Druckschrift 
Zeitgegenstände : Kleine Beyträge über Staatsverfassung und Staatsverwaltung
Entstehung
Seite
138
Einzelbild herunterladen
 

i53

Zeiten nie in dem Glauben an das Gute, nie in demGlauben an die Menschen, nie indem Glauben an ei/ne gütige, alles leitende Vorsehung gewankt, sind sienie irre geworden an der Welt und an den Menschen?Hat sich ihr Verstand, haben sie sich in ihren Ansichtennie geirrt, haben sie sich nicht oft gröblich verrechnet,wenn sie noch so verftändigund redlich und gut zuWerke zu gehen glaubten*)? Wer dann, ohne Par/theylichkeit, bey diesen Fragen mit Ehren vor sich besteht,noch einmahl, er werfe den ersten Stein auf dieWelt,auf die Menschheit u. den einzelnen Menschen.

Wagt aber nicht Einer, diesen Stein zu werfen,dann Deiuuth von einer und Milde von der andernSeite; ja blicken wir dcmuthig auf uns, und mildauf Andere. Kehre unter die Menschen die alte Bie/dcrkeit und Treue, das alte Vertrauen der Besserngegen einander zurück. Bescheidenes Mißtrauen ge/gen unsere Ansichten leite unser Handeln; blicken wirimmer auf den Geist unserer Zeit und das neueWerden, kleben nicht zu stark an den alten, zuwei«len morschen Formen und an Vorurtheilcn, damit wirimmer den richtigen Gesichtspunkt auffassen und dieangemessenen Maßregeln wählen; verbessern wir ins/besondere vorurcheilsfrey die Fehler, welche wir in

') Und wer wird wähnen, daß er sich auch fernerhin nichtnoch oft in den Ereignissen unserer Zeit verrechnen«erde?