Tollegium, denn der Vortrag dieses vortrefflichenMannes war gar zu schön, lehrreich und deutlich,und wurde deswegen von all seinen Schülernsehr geehrt und geliebt. —
Des Sommers ritt ich mit anderen Freundenentweder nach Mülheim oder nach der hohenStraße, oder nach Meurs oder nach Düsseldorfoder anderen benachbarten Grten und vergnügtemich daselbst, oder ich besuchte zuweilen Gesell-schaften; ob nun gleich da bisweilen über dieGrenzen erlaubter Lrgötzlichkeiten ausgeschweiftwurde, so wirft mir mein Gewissen doch nichtsvor, was ich hätte in der Folge bereuen müssen.Meistens war ich nach verrichteten Amtsgeschäftenim Kreise einiger ausgesuchten Freunde, mit denenich mich in einem sogenannten akademischen Grden,inviolabls genannt, befand. Dieser Grden war(statt der ehemaligen Landsmannschaften) auf denmeisten deutschen Akademien damals unter denStudierenden bekannt, und obgleich dessen Gesetzeund sonstige Einrichtung, so wie es bei ähnlichenanderen Grden gewöhnlich ist, geheim gehaltenwurden, so war doch gewiß und wahrhaftig darinnicht das Mindeste, welches der Religion und denSitten nachteilig gewesen wäre. Mein Umgangmit den hochgesitteten und tugendhaften Töchternmeiner Wirtin, der Witwe Gvenius, bei welcherich nachher auch mein Logis nahm und 2 Zimmerbezog. (Als Anmerkung auf der Seite unvollendet.)
26