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1 (1861) Reisebilder : Th. 1
Entstehung
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schon lange geschwiegen, du fauler Graukopf, sing'uns wieder Gesänge von den Träumen deinerJugend!

Dann ergreife ich die Harfe, und die altenFreuden und Schmerzen erwachen, die Nebel zer-rinnen, Thräuen blühen wieder aus meinen todtenAugen, es frühlingt wieder in meiner Brust, süßeTöne der Wehmuth beben in den Saiten der Harfe,ich sehe wieder den blauen Fluss und die marmor-nen Palläste und die schönen Frauen- und Mäd-chengcsichter — und ich singe ein Lied von denBlumen der Brcnta.

Es wird mein letztes Lied sein, die Sternewerden mich anblicken wie in den Nächten meinerZugend, das verliebte Mondlicht küsst wieder meineWangen, die Geistcrchöre verstorbener Nachtigallenflöten aus der Ferne, schlaftrunken schließen sichmeine Augen, meine Seele verhallt wie die Tönemeiner Harfe — es duften die Blumen der Brenta.

Ein Baum wird meinen Grabstein beschatten.Ich hätte gern eine Palme, aber diese gedeiht nichtim Norden. Es wird wohl eine Linde sein, undSommcrabends werden dort die Liebenden sitzenund kosen; der Zeisig, der sich lauschend in denZweigen wiegt, ist verschwiegen, und meine Linderauscht traulich über den Häuptern der Glücklichen,