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Versuch über den Geist und den Einfluß der Reformation Luthers
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122
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barsten dem Joch des Papsithums unterworfen geblie-ben sind. Was hält denn seit mehrern Jahrhunder-ten unsere Nachbaren, die Ottomannen, in einer ebensolchen Barbarei zurück, wie die der Christen immittleren Zeitalter war? Es ist der religiöse Aber-glaube; es sind ihre Mufti's, ihre Fakire, ihre Der-wische, die unter ihnen den Haß der wahren Aufkla-rung und Philosophie nähren. Wir Occidentaler hat-ten auch genug dieser Widersetzer, und, noch un-duldsamer als die Orientaler, hatten wir noch vorihnen die Inquisition voraus; deren schreckliche Re-gierung wir vielleicht, ohne die Reformation, wür-den bis in unsere Zeiten sich haben verlängern sehn.Ein schöner Weg zu einem bessern Zustande der Dinge!Einige europäische Staaten und eine große AnzahlMänner im sechzehnten Jahrhunderte hielten es fürzuträglicher, einen andern einzuschlagen. Die katho-lischen, in Roms Diensie stehenden Fürsten, vermein-ten ihnen die Freiheit dazu zu nehmen. Sie bestrit-ten auf's Acußerste die Protestanten, die sich bewaff-nen konnten, und verbrannten oder metzelten diejeni-gen nieder, so sie ohne Waffen fanden. „Seht,"