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Versuch über den Geist und den Einfluß der Reformation Luthers
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Vorrede des Verfassers.

Verfahren, die Meinungen, die man bestreitenwill, zu verunstalten, sie zu übertreiben, ihneneine lächerliche Ausdehnung zn geben, die niemalsihren Verfassern in den Sinn hat kommen können.

Noch ein anderer Schriftsteller, dessen Per-son und Ansichten ich schätze, Herr de Lavcrne,hat, in einem von ihm öffentlich bekannt gemach-ten Briefe, den er, an mich zn richten, mir dieEhre gezeigt, gegen meine Meinung tiefer gegrün-dete und ans einer höheren Reihe von Dingenhergenommene Einwürfe vorgebracht. In diesemBriefe liest man stark gedachte Stellen. Er ent-hält inveß auch zugleich Behauptungen, die ichwiderlegen zu können glaubte, wenn hier der Ortdazu wäre. Zum Beispiel, die synthetische Ein-heit der Kantischcn Philosophie, muß nicht vonder Zahl - oder physischen Einheit einer Per-son, oder der eines Oberhauptes verstanden werden,wie Herr de Laverne es zn meinen scheint. DieReligionseinheit, die Kant verlangt; diejenige,die der Verstand sucht und die nichts mit denSinnen gemein hat, ist keine andre, als die Ein-heit der Anbetung, der christlichen Liebe, derMoral; kurz die Einheit des Evangeliums füralle Christen: kcincöwegeö aber die des römischenHofs. So liegt auch die Einheit der bürger-lichen Gesellschaft in der Vereinigung aller ihrerMitglieder zu Einem Zwecke, in der GleichheitAller vor dem Gesetze, und nicht in der einzel-nen und physischen Einheit eines Monarchen;was ein sehr seltsamer Mißgriff scyn würde. Der