nomen, in dieses Buech etwas wenigs aufzureißen, was ich etwanvon Jugend auf gestudiert und gelernet habe und was ich auch inmeinen Werkhen und Gebewen für einen Gebrauch gehabt, dis undjenes zu pawen und zu machen, Und ob ich wol nu mehr in demfünfzigsten Jahr des Alters und mein Gesicht nit mehr Ambt taetemit der Hand, wie vor etlichen Jaren, jedoch Hab ich solches Einzeich-nen schlecht und gering nit wollen underlassen von wegen meiner Sön,so hent oder morgen dises möchten etwan genießen oder auch anderemeiner Nachkohmen, Und ist dises nit von mir der Mainung ge-schehen, daß ich mir wolte ein Ruehm dnrdurch machen, sonder nurzur Gedehtnus, daß es ins Künftig mir noch ingedenk bleibe und ichandere, so ich das Leben von Gott noch lenger haben solte, auch dessenunderweisen könte, darzu Gott sein Gnad verleihe. Amen".
Die von uns mitgeteilte Aufzeichnung ist nicht ausschließlichSelbstbiographie des Meisters. Zutreffender ist die Benennung:„Hauschronik der Familie Holl", da von Seite 9—23 Nachrichtenüber Holls Voreltern, insbesondere über seinen Vater Johannes Hollmitgeteilt sind. In ihre jetzige Gestalt wurde die Chronik jedenfallsvon Elias Holl gebracht, welcher jene älteren Familienaufzeichnungenan die Spitze stellte und daran seine eigene Lebensbeschreibungreihte.
Der Schlußabsatz unseres Abdruckes rührt nicht mehr von Holl,sondern wahrscheinlich von dem Abschreiber her.
Die Handschrift ist von mir unter dem Titel „Die Selbst-biographie des Elias Holl, Baumeisters der Stadt Augsburg(1573—1646)" bereits im Jahre 1873 als Anhang des 36. Jahres-berichts des Historischen Vereins für Schwaben und Neuburg ver-öffentlicht worden. Nachdem inzwischen in der Augsburger Kreis-und Stadtbibliothek eine ältere Handschrift aufgefunden worden ist,welche an zahlreichen Stellen einen korrekteren Text, vereinzelt auchnicht unwichtige Ergänzungen desselben ergab, erschien es mir ange-zeigt, eine neue verbesserte Ausgabe zu veranstalten, und zwar umso mehr, als die erste Ausgabe doch nur in die Hände eines kleinen,
!) Holl war 1620 erst 47 Jahre alt.
2) Es geht dies daraus hervor, daß bei den den Vater Holl betreffendenNachrichten der letztere meist in eigener Person sprechend aufgeführt ist. Daß derSohn diese Aufzeichnungen des Vaters vielfach ans seinem Gedächtnis erweiterthat, zeigt die Stelle auf S. 23.