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1 (1905) Abschnitt 1 - 3
Entstehung
Seite
56
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zz. Ende der Reichsritterschaft.

Wenn auch der Westfälische Friede der Reichsritterschaft die schrift-liche Gewährleistung ihrer rechtlichen Existenz gab, so war sie doch ohneviel Schutz und Schirm den Angriffen der mächtigeren Reichsstände aus-gesetzt und konnte sich zu keiner wirklichen Höhe mehr emporschwingen.Die Reichsritter mußten meist Stellen bei den Fürsten und Herrschernannehmen und als solche oftmals gegen ihren eigenen Stand arbeiten,auch wurden sie durch das Hofleben verführt, über ihre Verhältnisse zuleben und so die finanzielle Kraft der Familie zu zerstören, wodurch dieMacht und das Ansehen des Adels mit der Zeit immer mehr litt.

Immer häufiger wurde der Dienst, den die Adeligen dem Kaiser undden Fürsten des Landes leisteten. Auch suchten sie vielfach, wenn auch nurfür kurze Zeit, Stellung im Auslande. Der kaiserliche Militär- und Hof-dienst wie auch der Fürstendienst war teuer und stunden die dafür be-zogenen Einkünfte nicht im Verhältnis zu den geforderten Aufwendungen.Die Einkünfte von den Gütern waren geringe, da die Zehnten und sonstigenAbgaben von dem wenig einträglichen, erst wieder zu kultivierenden Land-besitz nach dem dreißigjährigen Kriege nur sparsam fließen konnten. Beson-ders charakteristisch in dieser Beziehung ist ein von Georg Friedrich zun.von Crailsheim bei dessen Lebensbeschreibung mitgeteilter Brief.

Wie für den Adel war für die Ritterschaftskorporation im beson-deren eine schwere Zeit angebrochen, aus welcher sie sich nicht mehr empor-arbeiten konnte. Die ganze unglückselige, politische Lage war zu diesemimmer mehr fortschreitenden Verfall angetan, wie auch die in dem Ritter-verband immer mehr auftretende Unordnung, der Mangel an Disziplinund die Zerrüttung der Finanzen.

Die Umwälzungen zu Anfang des XIX. Jahrhunderts führten denUntergang der bei Auflösung des Deutschen Reiches in der Luft hängenden,