— 50 —
Johann Ulrich von Crailsheim in bayerische Kriegsdienste, um nocham Kampfe teilnehmen zu können. 1645 machte er als Adjutant desObersten von Sperreuth die für die Bayern unglückliche Schlacht beiHerbsthausen und Allersheim mit. Als sein Vetter Wolf Christophvon Crailsheim, ein Sohn Hans Philipps, von der Morsteiner Linie,als Oberst des kaiserlichen Sonsschen Regimentes am 14. Januar 1647bei der Belagerung von Weißenburg im Nordgau durch eine Kugel denTod fand, und mit ihm die ganze Altmorsteiner Linie ausstarb, mußteJohann Ulrich, nachdem unterdessen auch sein Vater Georg Fried-rich zun. gestorben war, dem Kriegsdienst entsagen und nach Hausezurückkehren, noch bevor der langersehnte Westsälische Friede 1648 denbeiden erschöpften Parteien und dem verödeten, verwüsteten, verarmtenund entvölkerten Lande die so notwendige Ruhe gab.
Unzählige Opfer hatte dieser schreckliche Krieg gekostet und namentlichwurde der fränkische Adel, welcher zahlreich mitfocht, bedeutend dezimiert.Von den Herren von Crailsheim nahmen zehn Mitglieder an demKriege teils auf Seite der Kaiserlichen teils auf Seite der Prote-stantischen teil. Von diesen wurden fünf, d. i. die vier Söhne HansPhilipps von Crailsheim von der Morsteiner Linie, Wolf Christoph,Georg Albrecht, Philipp Reinhard und Bernulph, ferner einSohn Georg Friedrichs zun. von Crailsheim von der Main-sontheimer (Rügländer) Linie, Ernst, ein Opfer des Krieges in blutigerSchlacht, während Veit Christoph von Crailsheim von der Wals-dorfer Seitenlinie aus dem Kriege zurückkehrt 1632 starb und nur einenblödsinnigen Sohn Johann Erdmann hinterließ.
So waren bei Beendigung des dreißigjährigen Krieges nur nochfünf fortpflanzungssähige Mitglieder der Familie von Crailsheimvorhanden, das sind Wolf Bernhard, ferner die Söhne seines BrudersGeorg Friedrichs zun., — Christian Friedrich, Wolf und JohannUlrich, — welche auch sämtlich am Kriege teilgenommen hatten undder Sohn Wolf Ludwigs, auch eines Bruders Wolf Bernhards, —Friedrich Ernst.
Da Wolf Bernhards Sohn Krafft 1705 kinderlos starb,ebenso Christian Friedrich 1680 und der Sohn Wolfs, GeorgWolf, 1719 ohne männliche Nachkommenschaft starb, so erscheint JohannUlrich von Crailsheim, welcher 17 Kinder hatte und 1684 mitHinterlassung von sechs Söhnen starb, als der Stammvater des jetztblühenden Frhrl. von Crailsheimschen Geschlechtes.