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Der größte Teil des fränkischen Adels, so auch die Herren vonCrailsheim wandten sich von Beginn des dreißigjährigen Krieges anmeist der protestantischen Sache zu und mußten auf ihren Gütern Walsdorf,Neuhaus, Altenschönbach, Michelbach, Rödelsee, Sommersdorf-Thann,Stübach, Gröningen :c. viel Unannehmlichkeit und Schaden erleiden.
Als der Krieg in Böhmen und der Pfalz begonnen hatte, ludKurfürst Friedrich IV. von der Pfalz die freie Reichsritterschaft aufeinen Tag nach Nürnberg. Der Einladung waren neben vielen anderenAdeligen auch Hans Philipp von Crailsheim gefolgt. (Soden,Nürnbergs Kriegs- und Sittengeschichte I, 537.) Die aus den prote-stantischen Städten gebildete Union, deren Befehlshaber Kurfürst Friedrich V.war, wurde durch dessen Wahl zum König von Böhmen in die ent-standenen böhmischen Wirren hineingezogen. Sie wurde von einem durchGeorg von Bibra geworbenen Heere aus den sechs fränkischen Ritter-kantonen unterstützt. Diesem Heere leistete VeitChristoph vonCrails-heim, ein Sohn Christophs, seine Dienste bis zur Auflösung derUnion 1620. Daraufhin ließ er sich in eine auf Befehl des Bischofsvon Würzburg und Bamberg durch Georg Wolf von Guttenberg ge-worbene Kompagnie als Cornet einstellen, woselbst er jedoch nur sechsMonate verblieb, um wieder in der Armee des Markgrafen Friedrichsvon Baden der protestantischen Sache zu dienen. Am 8. Februar 1620warnte Kaiser Ferdinand die Reichsritterschaft, sich zu Diensten gebrauchenzu lassen, die den Rebellen zu gute kommen. Wenn auch die fränkischeReichsritterschaft als Korporation keine bestimmte Partei mehr nahm,so waren die adeligen Familien doch fast sämtliche im Kriege anzutreffenund hatten große Verluste an Leben zu verzeichnen. Die Freude amKriegshandwerk, die Not, welche sie bei der Uneinträglichkeit ihrer Güterzum Kriegsdienste zwang, die dienende Stellung, in der sich viele befanden,drängte den Adel zur Teilnahme am Kriege. Wenn auch nicht geleugnetwerden soll, daß ein gewisser religiöser Eifer vorhanden war, so warderselbe doch vielfach nicht an erster Stelle bestimmend. So sehen wirz. B. Veit Christoph von Crailsheim meist auf Seiten der Prote-stanten, aber auch kurze Zeit im Dienste der katholischen Bischöfe vonWürzburg und Bamberg die Waffen tragen. Christoph Friedrichvon Crailsheim, ein Sohn Georg Friedrichs juu. trat 1634unter dem Obersten von Leubelfing in den Dienst der auf protestan-tischer Seite stehenden Reichsstadt Nürnberg, während er 1637 als Cornetin das kaiserliche Regiment des Obersten von Bergsdors eintrat, von