zo. Weiterentwickelung der Reichsritterschast.
Die Empörungen der Bauern sowohl, welche die Adeligen zurVerteidigung ihres Besitztums im ganzen Lande verteilt festhielten, wieauch namentlich die Reformation waren vornehmlich daran schuld, daßum diese Zeit die Reichsritterschaft sich weniger um die Weiterentwickelungund Entfaltung des Bündniswesens kümmern konnte, Im Gegenteil istZwiespalt in der Reichsritterschast zu beobachten, wie dies bei dem Streitezwischen dem Städtebund und dem Herzog Ulrich von Württembergdeutlich hervortritt. Als der Herzog Reutlingen eingenommen hatte,schickten 595 Personen, darunter von den Reichsrittern die Herrenvon Crailsheim am 26. März 1519 dem Herzog einen Fehdebrief.(Wirtemb. Chronik IV, 532), während 162 Personen mit Herzog Ulrichdem Städtebunde absagten. LonutaZ Dom. ssto milli 1519 sollten dieReichsritter nach Onolzbach kommen, um den Markgrafen Casimir zurUnterstützung des Herzogs von Württemberg mit Hilfe zu Roß und zuFuß zu begleiten. Diese Aufforderung ging auch an Wilhelm vonCrailsheim zu Stübach. Wie ungünstig dieser Kampf für den Herzogverlief, ist bekannt.
Die Reichsritterschaft war also während der Regierungszeit Karls V.ziemlich untätig. Wichtig sind die seitens der Reichsritterschaft vorge-schlagenen und vom Kaiser anerkannten sogenannten Charitativsubsidien,das ist ein seitens der Reichsritterschaft freiwillig bezahlter Beitrag zurBestreitung nötiger Ausgaben des Reiches. Die Reichsritterschaft bestrittdie Verbindlichkeit zur Geldbeisteuer für das Reich. Als Kaiser Maxi-milian 1506 notgedrungen den gemeinen Pfennig fallen ließ, zur Führungder Türkenkriege aber große Summen nötig waren, konnte die Reichs-ritterschaft zu einer Bezahlung nur dadurch gewonnen werden, daß KaiserFerdinand in einer Urkunde vom 22. November 1532 die von der Ritter-