Glaubensgenossen, wie wir schon gesehen haben, von Kaiser Karl V. zurAusführung der Reichsacht und Bestrafung der Stadt Magdeburg be-nützen. Nachdem ihm diese nur teilweise gelungen war, wollte er seineEhre seinen Glaubensgenossen gegenüber wieder herstellen und dabei auchpolitische Machterhöhung erlangen, aber zugleich seiner Religion Vorteileverschaffen. Er schloß deshalb das Bündnis mit dem König Heinrich II.von Frankreich, dem durch seinen Einfall die lothringischen BistümerMetz, Toul und Verdun zum Opfer fielen, 1552. Ein von KaiserKarl V. zur Wicderoberung entsandtes Heer konnte keinen Erfolg erzielen.Heinrich von Crailsheim, ein Sohn Kaspars, welcher den Feldzugals kaiserlicher Oberst mitmachte, erhielt bei der denkwürdigen Belagerungvon Metz die Todeswunde.
Der machtlose Kaiser mußte sich den Angriffen Moritzens vonSachsen beugen und auf den Passauer Vertrag eingehen, dessen Folgeder Augsburger Religionsfriede von 1555 war, welcher die Reformationanerkannte. Trotz dahinzielender Bemühungen war eine Einigung derKirchen nicht mehr möglich. Die Protestanten verfielen nun in den großenFehler, durch unnütze Lehrgezänke sich selbst zu schwächen und die gött-lichen Wahrheiten in dogmatische Formeln festzubannen. Daß diese Hand-lungsweise Grund zu Uneinigkeit und Spaltung im eigenen Lager gab,statt Fortschritt und Ausbreitung zu bewirken, ist klar. Auf Veran-lassung des Kurfürsten August von Sachsen wurde der Versuch einerEinigung gemacht, und es kam die sogenannte Konkordiensormel von 1576zustande, welche aber keine Vereinigung erzielen konnte. Wolf vonCrailsheim, ein Sohn Eccards, hat diese Formel mit unterschriebenund sehen wir auch hierin, wie wirklich ernst es ihm um die Förderungder Reformation zu tun war. Als nach dem Regierungsantritte KönigHeinrichs III. von Frankreich der Kampf gegen die protestantische Partei— die Hugenotten — in Frankreich 1576 von neuem losbrach, wurdeden armen Glaubensgenossen von Deutschland mächtige Hilfe durch Zu-führung von Hilfskorps geleistet, welche auch den Hugenotten die Ueber-macht in diesem V. Hugenottenkriege sicherte. Diesem Hilfszuge schloßsich auch Friedrich von Crailsheim, ein Sohn Ernsts, als Pagedes Obersten von Stein an. Als die Kämpfe gegen die Hugenotten immerwieder von neuem aufloderten und diese immer Hilfe aus Deutschlanderhielten, sehen wir auch zwei Söhne Hans Philipps von Crails-heim, Georg Albrecht und Wolf Christoph, unter den für dieHugenotten kämpfenden Hilfstruppen 1621. Auch in den Niederlanden