So mehrte sich von Tag zu Tag der Unwille der Adeligen inden fränkischen Fürstentümern, im Bistum Würzburg und Bamberg.
Die Gemeinschaft ihrer vereinten Beschwerden brachte die Adeligenunter sich immer näher, sie hielten Tage ab, und begannen sich immerfester zu organisieren, Hauptleute zu wählen, sich in Kreise einzuteilen :c.
Die Aengstlichkeit und Unbeständigkeit, mit welcher sich die ingroßer Verlegenheit befindlichen fränkischen Fürsten betrugen, vor allemaber das Benehmen des Würzburgischen Bischofs gab den Grund zurweiteren EntWickelung und festeren Gestaltung der sogenannten Reichsritter-schaft, wie wir der Wichtigkeit des Stoffes wegen und da die Herrenvon Crailsheim hiebet hervorragend beteiligt waren, hier etwas aus-führlicher besprechen wollen.
Am St. Peterskettenseiertag 1494 kam die mißvergnügte Ritter-schaft, worunter sich auch die Herren von Crailsheim befanden, zu Neu-stadt an der Aisch zusammen, „um ihren künftigen Nachteil, Schmach undVerachtung zu verhüten". Sie versprachen, sich untereinander nicht zubefehden und ihre Streitigkeiten durch ein Austragsgericht abzutun, dasaus einem Hauptmann oder Richter und sechs Zusätzen bestehen solle.Dies Gericht solle alle Jahre erneuert, die Kosten durch eine gemeineUmlage beigeschafst werden. Allein nicht bloß auf die Vernichtung derlandesherrlichen Gerichtsbarkeit schien es abgesehen, auch in anderen An-gelegenheiten sollten Hauptmann, Richter und Urteilssprecher bevollmäch-tigt sein, eine Versammlung auszuschreiben.
Markgraf Friedrich schickte sogar seinen Hofmeister Hans von Eybnach Neustadt, um der Ritterschaft zu erklären, „der Edelmann sei ihmins Herz geschlossen. Allein die Artikel, darauf ihr Bündnis verfaßtwerden sollte, wären eine unleidendliche Beschwerde. Am Ende würdendes Fürsten Amtsleute, Räte und Diener gegen seine eigenen Bundes-genossen zu dienen sich herausnehmen wollen".
Allein die Ritterschaft suchte und erreichte es, den Fürsten durch eineDeputation zu besänftigen.
Die Unschlüssigkeit und Verlegenheit des Markgrafen Friedrich,seine sonst bekannte Vorliebe zum Adel, die allerdings nicht über allenZweifel erhaben war, die Begünstigung und Unterstützung durch dieeigenen fürstlichen Minister und Räte machten die Ritterschaft so kühn,im Jahre 1500 unter dem Vorwande allerlei Aufruhrs und Wider-wärtigkeiten im Lande, abermals einen Tag nach Schweinfurt auszu-