Krawlsheim (1346, 1423); Krowelsheim (1389); Krewlsheim (1457);Krelsheim (1450); Creuelshey (1464); Crewlsheim (1473), Greulsheim(1426, 1458); Krelzheim (1481); Crewlsham (1490); Kreylsheim (1531)zc. :c. entstanden. Durch diese verschiedenen Namensformen wird zurvölligen Gewißheit, daß der jetzige, durch die Zeit verunstaltete NameCrailsheim — er sollte etymologisch-historisch richtiger, wie wir spätersehen werden, Kräulsheim geschrieben werden — aus zwei Bestandteilenzusammengesetzt ist, nämlich einerseits aus dem bereits mit ,,-l" abge-leiteten althochdeutschen Chrauw-il m. — kusoiua, kusoiuula, barxaZo,UUAMS, oreuZra — Gabel, Dreizack Tax, Kreul — Kesselhaken —,welches Wort infolge von Verdumpfung, Umlaut und Zusammenziehungauch schon in der althochdeutschen Periode als Chrouwil, Chräw-il,Chrow-il, Chreuw-il, Chrsw-il, Chreu-l, Creu-l (vergl. Grs. IV, 585)erscheint, um zum mittelhochdeutschen Chrowel, Kröuw-el, Chrsw-el,Crouuuel, Crovvel, Chrsw-el, Kröw-el, Krowel, Kröu-l, Croil, Creuuel,Craoul, Kriu-l Kreul. (nach vr. Sepp) zu werden, anderseits aus alt-hochdeutsch: Haim, Heim, m. mittelhochdeutsch Heim, n. — äomus,äomioiiium, mansio, babitatio.
Daß Chrauw-il aber schon in hohem Altertums zum männlichenRufnamen starker Form und in der Folge auch zum Geschlechtsnamengeworden ist, beweisen u. a. die im XIV. Jahrhundert vorkommendenAdelsnamen Gräw-l, Cröw-l, Chrel und Creu-el, so z. B. 1337 Conradder Creul, 1349 Ruger der Graewel von Hangoltsbach, 1385 HanoCröwel, Mitte des XIV. Jahrhunderts eine Familie der Chrel-s imMürztale — Gowolf der Chrel und dessen Söhne Erhard der Chrel undHans der Chrel von Spiegelveld — (Schöttgen und Kreysig äiplom. stsoript. bist. dsrm. 65); wie auch die anders als mit haim, heimzusammengesetzten Worte Crailshausen, Kröwelsau, jetzt Krailsau, sowiedie bajuwarischen Patronymica Chrouwelingen und Chraulingin von denJahren 1160 und 1180, jetzt Greiling; -ing, ingin ist bayerisch-schwä-bischen Ursprungs zur Bezeichnung der Familiensitze. Heim ist fränkischund das vorhergehende s in Krailsheim deutet unfehlbar gleichfalls aufdas Xomen proprium hin.
Wie aber ist der erste adelige Chrauwil zu diesem Namen gekommen?Diese Frage muß uns jetzt beschäftigen. Da im Altertum bei den Ger-manen sowohl der Freie als auch der Edeling nur Jagd und Krieg alswürdige Beschäftigung ansah und dieser mit größtem Eifer oblag, habenauch viele alte Adels- und Fürstengeschlechter ihren Namen von den ge-