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10 (1828)
Entstehung
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291
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Bon weltlicher Obrigkeit. ttSI

kcit. Denn wer es thut, der übergibt Christum dem Herodesin die Hände; denn sie handeln als Christmörder, wie Herodes.Sondern das sollen sie leiden, ob man ihnen durch die Hauserlaufen, und nehmen heißt mit Gewalt, es sey Bücher oder Gü-ter. Frevel soll man nicht widerstehen, sondern leiden; man sollihn aber nicht billigen, noch dazu dienen, oder folgen, oder gehor-chen, mit einem Fußtritt oder mit einem Finger. Denn solcheTyrannen handeln wie weltliche Fürsten sollen, es sind weltlicheFürsten, die Welt aber ist Gottes Feind: darum müssen sie auchthun, was Gott wider, der Welt eben ist; daß sie ja nicht ehrloswerden, sondern weltliche Fürsten bleiben. Darum laß dichsnicht wundern, ob sie wider das Evangelium toben und wüten,sie müssen ihrem Titel und Namen gnug thun.

Und sollt wissen, daß von Anbeginn der Welt gar ein selt-sam Vogel ist um einen klugen Fürsten noch viel seltsamer umeinen frommen Fürsten. Sie sind gemeiniglich die größten Nar-ren, oder die ärgsten Buben auf Erden: darum man sich allzeitbey ihnen des ärgsten versehen, und wenig Guts von ihnen ge-warten muß; sonderlich in göttlichen Sachen, die der SeelenHeil belangen. Denn es sind Gottes Stockmeister und Hencker,und sein göttlicher Zorn gebrauchet ihr, zu strafen die Bösen undäusserlichen Friede zu halten. Es ist ein grosser Herr, unserGott, darum muß er auch solche edle, hochgeborne, reiche Henckerund Büttel haben, und will, daß sie Reichthum, Ehre und Furchtvon jedermann, die Gnüge und die Menge haben sollen.

Es gefället seinem göttlichen Willen, daß wir seine Henckergnädige Herren heissen, ihnen zu Füssen fallen, und mit aller De-muth Unterthan seyn, so fern sie ihr Handwerck nicht zu weitstrecken, daß sie Hirten aus Henckern werden wollen. Geräthnun ein Fürst, daß er klug, fromm oder ein Christ ist, das ist dergrossen Wunder eins, und das allertheuerste Zeichen göttlicherGnaden über dasselbe Land. Denn nach dem gemeinem Lauf ge-het es nach dem Spruch Esa 3, 4: Ich will ihnen Kinder zuFürsten geben, und Maulassen sollen ihre Herren seyn. UndHosea 13, 11: Ich will dir einen König aus Zorn geben, undmit Ungnaden wieder nebmcn. Die Welt ist zu böse und nichtwerth, daß sie viel kluger und frommer Fürsten haben sollte:Frösche müssen Störche haben.

So sprichst du abermal: Ja, weltliche Gewalt zwingt nichtzu gläuben, sondern wehret nur äusserlich, daß man die Leute mitfalscher Lehre nicht verführe, wie könnte man sonst den Ketzern

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