262 Capitel 17.
und Erkenntniß des Glaubens, noch im zukünftigen gegenwärti-gen Anschauen sehen müssen.
Ich aber kenne dich, und diese erkennen, daß du michgesandt hast.
Das ist: Ich weiß, daß ich dein Wort und allein von dir(als dem einigen, rechten Gott,) predige, wie du willst gehaltenund geglaubt werden, daß man dich ehre und preise von deinerGüte und Gnade, welches die Welt nicht annimmt, sondern ver-dammet und dem leidigen Teufel gibt. Aber diese meine Chri-sten, die du mir gegeben hast, daß sie es annehmen, die kennendich auch, nemlich also, daß du mich gesandt hast, in welchem(wie nun durch diß gantze Capitel immerdar gesagt) das Erkennt-niß des Vaters gar mit einander stehet.
26. Und ich habe ihnen deinen Namen kund gethan, und willihnen kund thun.
Das Wort habe ich ihnen gegeben, dadurch dein Name ih-nen kund ist worden, wie du heissest und was du seyest, darnachman dich zu halten und zu ehren wisse, wie genug gesagt ist,daß, den Vater kennen, Heisset nicht, daß man allein wisse, wieer Himmel und Erden geschaffen hat, den Frommen helfen unddie Bösen strafen will, sondern, daß er den Sohn in die Weltgesandt und uns gegeben, Sünde und Tod wegzunehmen, des Va-ters Huld und Gnade zu erwerben und zu geben. Das ist derrechte Name Gottes, der uns zeigt, was er im Sinn hat, undaufschleußt sein väterlich Hertz, Willen, Gedancken und Wohlge-fallen. Wer ihn nicht also kennet, der kennet ihn nicht recht,weiß auch nicht, wie er ihm dienen oder ehren soll.
Und mercke, daß er nicht allein spricht: Ich habe ihnen dei-nen Namen kund gethan, sondern den Zusatz machet: Ich willihnen kund thun, das ist, ich wills nicht allein angefangen seynund dabey bleiben lassen, sondern immer fortfahren und dassclbigeohne Unterlaß treiben, beyde, durch Wort und Geist, daß mannichts anders noch höhers suche, sondern allein damit zu schassenhabe, daß mans immer je besser und stärckcr fasse. Denn daliegt die Macht an, daß man den Vater wohl lerne kennen durchden Glauben, also, daß das Hertz tröstlich und mit fröhlicher Zu-versicht aller Gnaden vor ihm stehe, und vor keinem Zorn sichfürchte. Und ist freylich keine schwerere Kunst im Himmel undErden, daß niemand dencke, es sey ein Ding, das man sobaldausgelernt habe, wenn mans einmal oder zwey höret, wie unsereunverstandigen Klüglingc und Dünckelgeister davon träumen.