Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
258
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Z58 Capitel Ii7.

Fundgrube aller göttlichen Güter, Lebens, Trosts und Seligkeitwer es nur glauben könnte.

Woher kömmt aber solche Herrlichkeit, daß sie alle eins wer-den in Christo und dem Vater? Nicht aus unsern Wercken oderWürdigkeit, sondern durch das Wort, das er uns gegeben hat.Es heißt nicht verdienet, noch durch menschliche Arbeit, Kräfteund Vermögen erworben und zuwege gebracht, sondern durchChristum zu uns gebracht, geschenckt und gegeben. Denn Werckemachen wol sonderliche und mancherley Secten oder Spaltungen,da einer sonst, der andere so wircket und lebet, wie denn in die-sem äußerlichen Leben und Regiment müssen mancherley Amtund Stande seyn, da ein jeglicher sein eigen Werck treibet. Aberdurch das Wort wird es alles eins, in einerley Glauben, unddurch denselbigen Ein Kuchen und geistlicher Leib, ob gleich dieWercke der einzeln Stücke oder Glieder nicht einerley sind. Gleich-wie in unserm natürlichen Leibe die Wercke mancherley und un-terschieden sind, daß ein jeglich Glied sein Werck, und keines desandern hat noch übet, und doch alle mit einander ein Ding sind,des Wesens und aller Güter halben, (denn das kleineste undschwacbeste Glied ist eben desselben Bluts und Fleisches, hat ebendie Gesundheit und Leben, als das alleredelste und stärckeste, unddoch auch eines jeglichen Wercke dahin gerichtet sind, daß sie al-len Gliedern und dem gantzen Leibe zugleich dienen, und jeglichesfür das andere sorget und arbeitet): also ists auch hier, daß derGlaube alle Wercke zusammen hält, bindet und eins machet, daßalle Hertzen zugleich an einem Christo und dem Vater hangen,und alles, was sie wirckcn und leben, aus solcher Einigkeit desGlaubens fleußet und gehet.

25. Auf daß sie alle vollkommen seyn in eines.

Es ist nicht genug, (spricht er,) daß sie eins seyn, sondernmüssen auch vollkommen seyn in eines; als sollte er sagen.- Ickhabe eine Christenheit, die sollen und werden ja alle ein Dingseyn; aber das mangelt noch dran, daß viel darunter noch schwachsind. Das einige Wesen ist da, aber es hanget allein im Glau-ben; so viel deß da ist, so viel hat man sein. Darum bittet er,daß sie auch zunehmen und immer starcker werden im angefange-nen Glauben, und also vollkommen, rund und gantz eins werdenin Christo.

Und die Welt erkenne, daß du mich gesandt hast.

Das sind die zwey Stück, darauf er immer gedrungen hat:Eines, daß wir (so durch der Apostel Wort glauben, und neck