252 Capitel 17.
ders ehren? Sie hats auch, ihres Bedünckens, grosse, redlicheUrsache, daß sie mir feind ist; denn ich bin nicht mit mir einsich muß ihre Blindheit und Elend anzeigen, ihre Weisheit undHeiligkeit strafen, als die vor Gott nicht gilt, nicht, daß ich ikuSchaden oder Leid thue, sondern, daß ich ihr gerne wollte helfendie armen gefangenen Seelen aus des Teufels Rachen reistenund zu Gott bringen. Das kann er (der Teufel) nicht leiden-darum tobet und wütet er also, hetzet und erbittert ihre Hertzenwider mich und mein Wort: so kann und will die Welt nichtvon ihrer Blindheit und Bermessenheit treten, daß sie ihr Dingsollte verdammen und nichts gelten lassen. Darüber hebt sichder Hader, daß wir der Sachen uneins werden, und muß all ih-ren Haß und Zorn auf mich laden, und gehet ihm eben, wie erdroben gesagt hat, Joh. 7, 7: Die Welt kann euch nicht hassen,mich aber hasset sie, denn ich zeuge von ihr, daß ihre Wercke bösesind. Wie sie nun mir feind ist um des Worts willen, also has-set sie auch meine Schüler, denen ich das Wort gegeben, und siedadurch von der Welt genommen und ausgesondert habe.
Das soll nun uns eine fröhliche, tröstliche Predigt seyn,die wir das Evangelium haben, und solches in der That empfin-den, daß sie uns hasset, und doch nichts kann Schuld geben,ohne daß wir Christen sind und nicht mit ihr wollen ins TeufelsGewalt bleiben. Darum habe ich ihnen (spricht Christus) deinWort gegeben, daß sie daran ihre Freude und Wonne haben, zuTrotz und zuwider der unseligen Welt, und sich fröhlich ihrerGunst und Gnade verzeihen, ja dafür lausten und fliehen, daß sienur kein Theil an ihr haben.
15. Ich bitte nicht, daß du sie von der Welt nehmest.
Es ist nicht darum zu thun, daß sie auch mit mir aus derder Welt fahren; denn ich habe noch mehr durch sie auszurichten,ncmlich, daß sie mein Reich ausbreiten und mein Häuflein grös-ser machen.
Sondern, daß du sie bewahrest vor dem Uebel.
Lieber, wer halt uns hier, daß wir wider so viel greulicheFeinde bleiben und bestehen, und nicht alle Augenblicke verzagenund, beyde, Glauben und Wort aus dem Hertzen verlieren? Werbehütet jetzt uns bis auf diese Stunde wider unsere Tyrannenund alle Teufel? Haben sie doch so mancherley Rathschlag, soviel heimlicher Practicken wider uns gemacht; so sind sie jamachtig, und wir schwach genug, fehlet auch an ihrem Willennicht, meyneus je böse, gifftig und bitter genug, und wollten uns