Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
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188
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188 Capitel 15.

Gesellschaft dieses Weinstocks, zusammenhalten durch die Liebedaß man siehet, wie hoch ihm an diesem Stücke gelegen seyDenn, wo die Liebe und Einigkeit zerstöret wird, und Spaltungund Zwietracht aufgehet, da gehet auch die eintrachtige Lehreunter, daß man wieder von Christo fället. Darum, spricht erseyd ihr und bleibet in mir, so dencket auch und haltet meineGebote; denn ich muß euch je auch ein Werck auflegen, das dasey ein Wahrzeichen, dabey man erkenne, daß ihr meine Rebenseyd, wie er sagt, Job. 13, 35: Daran wird jedermann erken-nen, daß ihr meine Jünger seyd, so ihr euch unter einander lie-bet. Und ist eben das Gebot, das ich selbst auch halte und thue,euch zum Exempel und Fürbilde; denn daher bleibe ich in meinesVaters Liebe, weil ich sein Gebot halte; darum, so ihr meineGebote Halter, so bleibet ihr auch in meiner Liebe. Das sind diezwey Stücke der Christlichen Lehre, so da müssen taglich getrie-ben werden in der Christenheit, also, daß keines nachgelassen werde.

Denn, wo man den Glauben nicht predigt, und das ersteseyn laßt, wie wir Christo eingeleibet und in ihm die Reben wer-den, so fallet alle Welt auf ihre Wercke. Wiederum, wo manallein den Glauben lehret, so werden falsche Christen draus, dieda wol rühmen vom Glauben, und getauft und in der ChristenZahl sind, aber doch keine Frucht noch Kraft sich an ihnen be-weiset.

Darum gehe hier ein jeglicher beim in sein Hertz, und for-sche sich selbst, wie es um ihn stehet, und verlasse sich nicht aufsolche Gedancken: Ich bin getauft und Heisse ein Christ, habeGottes Wort gehört und gehe zum Sacrament. Denn allsterscheidet er selbst falsche Christen von den rechtschaffenen Christen;als sollte er sagen: Seyd ihr recht glaubig an mich und habtmeinen Schatz, so wird sichs wohl erzeigen und sehen lassen; wonicht, so dencket nicht, daß ich euch für meine Jünger erkennenund annehmen wolle, und werdet niemand getauschet und betro-gen haben, denn euch selbst, zum ewigen Spott und Schaden;das Evangelium und Christus werden wol ungetäuschet und un-betrogen bleiben.

13. 14. Niemand hat grössere Liebe, denn die, daß er seinLeben lasset für seine Freunde. Ihr seyd meine Freunde,so ihr thut, was ich euch gebiete.

Er machets aus der Maassen freundlich und mit Wortenlieblich, daß er ihnen diß Gebot, so er ihnen zur Letze laßt, insHertz rede, und das Exempeh eintreibe, daß sie ansehen sollen, wie