172 Capitel 14.
Will ich euch nicht geben (spricht er). Denn sie hat also Friedenwenn sie thut, was der Teufel will, so läßt er ihr Frieden undRuhe.
Zuvor, da wir Christum nicht hatten, haben wir Friedengehabt mit dem Teufel, aber Unfrieden mit Gott. Aber jetztGott sey Lob, wissen wir, daß wir mit Gott Frieden haben, dür'fen nicht mehr zweifeln, noch uns fürchten. Denn wir haben jasein Wort, Sacrament, und Summa den ganzen Christum mitallen Engeln und Heiligen. Weil wir nun die zu Freunden ha-ben, und er uns wohl will, so lassen wir zürnen und uns seindseyn, wer es nicht lassen kann, so lang, als sie wollen; wir wol-len bey dem Herrn bleiben, der uns seinen Frieden gelassen undgegeben hat, und auch dabey erhalten kann und will, ob sichgleich Teufel und alle Welt mit ihrem Unfrieden und allem Un-glück da wider setzet-
Siehe, das will er mit diesen Letzeworten: Ich scheide voneuch, und lasse euch dem Teufel im Rachen, der wird euch seindseyn und alle Plage anlegen; das müsset ihr gewarten, so ihr anmir hanget und von mir euch freuet oder Frieden habt. Darumnehmet das auch an, daß euch der Teufel und Welt wird aussMaul schlagen, und eine Schlappe über die andere geben. Aberbleibet allein an mir, laßt euch meine Gnade und Barmhertzig-keit und Friede, Leib und Blut, Taufe, Wort und Geist (so icheuch lasse) lieber seyn, denn alles: so soll mein Friede so starckseyn, daß er allen jenen Unfrieden überwinden und unterdrückenwird. Denn ob ihr gleich äusserlich geplagt, betrübt und leidendseyd, so will ich euch doch innerlich im Hertzen fröhlich und gutesMuths machen, daß euch solches nicht schaden noch überwin-den soll.
28. Euer Hertz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Ichhabe gehöret, daß ich euch gesagt Habs: Ich gehe hinund komme wieder zu euch.
Da beschleußt er eben, wie er erstlich diese Predigt angefan-gen hat, und will sagen- Weil ich nun von euch scheiden muß,und nicht kann anders seyn, denn daß ihr um meinetwillen müs-set in der Welt Unfrieden haben, daß euch der Teufel mit seinemAnhang hasset, verfolget und plagt: so rüstet euch dazu, daß ihrdarum nicht erschrecket noch verzagt, sondern getrost und gutesMuths seyd, wie ich euch anfänglich und bisher vermahnet habedurch mancherley tröstliche und herrliche Verheißung, und so vielStücke erzehlet, die euch billig sollen fröhlich und unverzagt ma-