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10 (1828)
Entstehung
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142
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142 Capitel 14.

und seine Güter reichlich ausschüttet, ohne, wo er aus Noth undum der Frommen willen strafen und den Bösen steuren mußDoch regieret er also, daß wir auch leiblich allzeit mehr seinerGnaden und Wohlthaten sehen, denn Zorn und Strafe. Dennwo einer kranck, blind, taub, gichtbrüchig, aussatzig ist, da sind da-gegen hundert tausend gesund; und ob ein Glied am Leibe einenFehl hat, so ist dagegen der gantze Mensch, so noch Leib undSeele hat, eitel Gottes Güte.

Wiederum, was für Plage und Jammer in der Welt gehet,das ist alles des Teufels Werck, welcher daran seine Lust hat,daß er die Leute verderbe und erwürge, wie er die gantze mensch-liche Natur in Sünde und Tod bracht hat. Nun aber ist Chri-stus darum erschienen, wie 1. Joh. H 8. sagt, daß er die Werckedes Teufels zerstöre, und die göttlichen Wercke des Lebens wiederanrichte, welches er also beweiset hat, daß auch die Juden selbstbekennen mußten ohne ihren Danck, daß solche Wercke keinMensch nicht thun könnte. Und ob sie wol sagten, daß niemandkönnte Sünde vergeben, denn allein Gott: so stund doch dasWerck da vor ihren Augen, welches bezeugete, daß er solche gött-liche Macht hätte, und der Mann wäre, der da vom Tode zumLeben, von der Sünde zur Gerechtigkeit, vom Unsried zum Friedeund allem Guten helfen könnte.

Also werden wir gewiß nicht allein des Artickels, daß Chri-stus wahrhaftiger Gott ist mit dem Vater, sondern auch, daß erein barmhertziger Gott und Heiland ist, und können in allenWercken des Herrn Christi des Vaters Hertz und Willen kennenund erzreichen, zu rechtem, seligem Trost aller elenden betrübtenHertzen und Gewissen. Also, spricht er, werden euch meine Werckefein zeigen, wie der Vater in mir ist und durch mich will erkanntwerden.

12. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubet,der wird die Wercke auch thun, die ich thue, und wirdgrössere, denn diese thun; denn ich gehe zum Vater.

Hier kömmt er wieder auf den Trost, so er hat angefangenden Jüngern zu geben, daß sie nicht sollten darum erschreckennoch trauren, daß er würde leiblich oder sichtbarlich von ihnengehen, und sie in der Welt lassen, sondern dagegen ansehen undzum Trost fassen, was sie deß für Nutzen und Frommen habensollen für den geringen leiblichen Mangel: nemlich, daß er ihnenviel herrlichere Wohnungen bereiten will, und doch bey ihnenseyn, daß er sie auch dahin bringe, da er ist, dahin sie sonst nicht