Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
112
Einzelbild herunterladen
 

l 12 Vorrede.

trübt bis auf den Tod,) und bereits in dem Höhesten Kampsstund wider den Tod und Teufel. Und hat allhie reichlich aus-geschüttet alle den hohen, hertzlichen Trost, so die gantze Christen-heit hat, und so ein Mensch in allen Nöthen und Leiden begeh-ren sollte.

Zudem, so sind auch hierinn die rechten, fürnehmsten, hohenArtickel der Christlichen Lehre aufs gewaltigste, als sonst an kei-nem Orte der Schrift, bey einander zu finden, gegründet und ge-setzt: als, von den dreyen unterschiedenen Personen der heiligenDreyfaltigkeit, und sonderlich, beyde, von der göttlichen undmenschlichen Natur, und doch ewiger, unzertrennter Person desHerrn Christi; item, von der Gerechtigkeit des Glaubens, undvon rechtem Trost der Gewissen. Denn er redet alhier von denhohen Sachen, wie ein Mensch möge Gott gewißlich treffen undergreiffen, vor ihm zu bestehen und seiner Gnade gewiß seyn, unddarauf sein Hertz gründen und den Trost erhalten wider allerleyAnfechtung. Und sind diese Artickel alle so klar und gewaltiglichgegründet, daß man hiemit alle Ketzer und Rottengeister (wie sieauch heissen,) mächtiglich niederschlagen kann.

Demnach auch wol billig und recht, daß man diese Predigtin der Christenheit mit Fleiß treibe und handle. Daher dennauch von Alters fast diese drey Capitel in die Evangelia zwischenPfingsten und Ostern ausgetheilet sind. Und wer da wollte,möchte sie dieselbige Zeit über nach einander ordentlich handeln.Darum auch wir den Fleiß dazu gethan, und dieselben vorgenom-men, auszulegen für die Einfältigen, allermeist aber wider die lei-digen Teufelsrotten, (es sey gegenwartige oder künstige,) dierechte reine Lehre von Christo und Christlichem Glauben zu er-halten. Und wollen hiermit solche Predigt den frommen Chri-sten , als ihren höchsten und theuersten Schatz und Trost, befeh-len, mit Fleiß zu lernen und zu behalten.