Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
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Vorrede.

diesem 14. und zweyen folgenden Capiteln, als dem 15.und 16. des Evangelisten St. Johannis, haben wir die schönePredigt des Herrn Christi, welche er gethan hat nack dem letztenAbendmahl, da er jetzt an sein Leiden treten und seine liebe Jün-ger hinter ihm lassen sollte, sie damit zu trösten und zu starcken,beyde, wider die gegenwartige Traurigkeit über seinem Abscheiden,und wider das zukünftige Leiden, so sie überfallen würde vomTeufel, von der Welt und ihrem eignen Gewissen.

Und ist freylich diß die beste und tröstlichste Predigt, so derHerr Christus auf Erden gethan, und St. Johannes diß Stückshalber insonderheit zu preisen ist vor andern Evangelisten, daß ersolche Predigt gefasset, und der Christenheit zu Trost nach ihmgelassen, als einen Schatz und Kleinod, so mit der Welt Gutnicht zu bezahlen, und ja immer Schade und hoch zu beklagenwäre, wo solche Predigt sollte unbeschrieben, und wir solchesSchatzes beraubet blieben seyn.

Denn es sind doch hierinn die allerlieblichsten, freundlichstenTröstungen und süssesten Worte des treuen, lieben HeilandesChristi, so er seinen lieben Jüngern, als der von ihnen scheidet,zur Letze gibt, dergleichen nimmer kein Mensch auf Erden gegenseinen liebsten und besten Freunden thun und reden kann. Daßman siehet, wie er aus eitel voller unaussprechlicher Liebe, damitsein Hertz gegen ihnen gebrannt, für sie sorget, und sich ihrer an-nimmt, hertzlicher, denn keinem Menschen seines nächsten FreundsHöheste Gefahr und Noth mag zu Hertzen gehen, daß er auchdarob seines eigenen Leids und Angst vergisset, (damit er nur siedurch seinen Trost erhalte,) welcher doch auf diese Stunde seinHertz voll war, (wie er selbst zu ihnen sagt: Meine Seele ist be-