Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
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103
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Borrede auf die Offenbarung St. Johannis. 103

Busse versagten, und vor andern die reinesten seyn wollten. DerArt waren die Donatisten hernach auch. Unsere Geistlichen abersind schier alle viererley. Die Gelehrten, so die Historien wissen,werden diß wol auszurechnen wissen; denn es wäre zu lang, alleszu erzählen und zu beweisen.

15. Im 9. und 10. hebt sich der rechte Jammer an;an; denn bisher die leiblichen und geistlichen Trübsalen fast einSchertz gewesen sind gegen diese künftigen Plagen, wie auch derEngel am Ende des 8. Cap., V. 13, selbst anzeigt, es sollendrey Wehe kommen, welche Wehe sollen die andern drey, das istder fünfte, sechste, siebente Engel, ausrichten, und damit der Weltein Ende. Hier kommen, beyde, leibliche und geistliche Verfol-gung zusammen, derselbigen sollen drey seyn. Die erste ist groß,die andere noch grösser, die dritte am allergrösten.

16. So ist nun das erste Weh der fünfte Engel Arius, dergrosse Ketzer und seine Gesellen, der die Christenheit so greulichgeplaget hat in aller Welt, daß wohl der Text hier sagt: diefrommen Leute wären lieber gestorben, denn solches gesehen, undhaben doch solches müssen sehen, und nicht sterben. Ja er spricht,der Engel aus der Hölle, genannt Verderber, sey ihr König, alswollten sie sagen, der Teufel reite sie selbst. Denn sie nicht al-lein geistlich, sondern auch leiblich, mit dem Schwerdt, die rechtenChristen verfolget haben. Liß die Geschichte von den Arianern,so wirst du diese Figur und Worte wohl verstehen.

17. Das andere Weh ist der sechste Engel, der schandlicheMahometh mit seinen Gesellen, den Saracenen, welche mit Leh-ren und mit dem Schwerdt der Christenheit grosse Plage ange-legt haben. Neben und mit demselbigen Engel, damit solchesWeh desto grösser sey, kommt darzu der starcke Engel mit demRegenbogen und bittern Buche, das ist das heilige Pabstthummit seinem grossen geistlichen Schein, die Messen, und fassen denTempel mit ihren Gesetzen, flössen den Chor hinaus, und richteneine Larvenkirche oder ausserliche Heiligkeit an.

18. Im 11. und 12. werden zwischen solchen bösen Wehenund Plagen zwey Trostbildec gestellet, eines von den zweyen Pre-digern, und eines von der schwangern Frauen, die ein Knableinohne des Drachen Danck gebahret, damit angezeiget wird, daßdennoch etliche fromme Lehrer und Christen bleiben sollen,^ beyde,unter den zweyen vorigen Wehen und dem dritten künstigenWehe. Und lausten nun die letzten zwey Wehen mit einander,