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10 (1828)
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101
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Vorrede auf die Offenbarung St. Iohannis.

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vom Heiligen Geist haben, wie, Apg. 2, 17., Petrus aus Joelpredigt: Eure Söhne und Töchter sollen weissagen und eureJünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Aeltesten sollen Träumeträumen. Und so lange solche Weissagung ungedeutet bleibetund keine gewisse Auslegung kriget, ists eine verborgene, stummeWeissagung und noch nicht zu ihrem Nutz und Frucht kommen,den sie der Christenheit geben soll.

S. Wie denn auch bisher diesem Buche gegangen. Es ha-ben wol viel sich daran versucht, aber bis auf den heutigen Tagnichts gewisses aufbracht, etliche viel ungeschicktes Dinges aus ih-rem Kopsse hinein gebrauet. Um solcher ungewissen Auslegungund verborgenen Verstandes willen haben wirs bisher auch lassenliegen, sonderlich, weil es auch bey etlichen alten Vätern geachtet,daß es nicht St. Iohannis, des Apostels, sey, wie in lid. 3.llist. LccI. c. 25. stehet, in welchem Zweifel wirs für uns auchnoch lassen bleiben; damit doch niemand gewehret seyn soll, daßers halte für St. Iohannis, des Apostels, oder wie er will.

S. Weil wir aber dennoch gerne die Deutung oder Ausle-gung gewiß hätten, wollen wir denen andern und höhern GeisternUrsachen nachzudencken geben, und unsere Gedancken auch an denTag geben, nemlich also: Weil es soll eine Offenbarung seynkünftiger Geschichte, und sonderlich künftiger Trübsalen und Un-fall der Christenheit, achten wir, das sollte der nächste und gewis-seste Griff seyn, die Auslegung zu finden, so man die ergangeneGeschichte und Unfälle in der Christenheit, bisher ergangen, ausden Historien nähme, und dieselbigen gegen diese Bilder hielte,und also auch die Worte vergliche. Wo sichs alsdenn würde feinmit einander reimen und eintreffen, so könnte man drauf sussen,als auf eine gewisse oder unverwerfliche Auslegung.

7. Demnach halten wir, wie der Text zwar selbst gibt, daßdie ersten drey Capitel, so von den sieben Gemeinen und ihrenEngeln in Asien reden, nichts anders wollen, denn einfältiglichanzeigen, wie dieselben dazumal gestanden sind und vermahnetwerden, daß sie bleiben und zunehmen, oder sich bessern sollen.Ueberdiß lernen wir daraus, durch das Wort: Engel, hernach inandern Bildern oder Gesichten verstehen Bischöffe und Lehrer inder Christenheit, etliche gut, als die heiligen Vater und Bischöffe,etliche böse, als die Ketzer und falschen Bischöffe, welcher dochmehr in diesem Buche stehen, denn jener.

8. Im 4. und 5. Capitel wird vorgebildet die gantze Chri-stenheit, die solche zukünftige Trübsal und Plagen leiden soll.