Druckschrift 
10 (1828)
Entstehung
Seite
90
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9» Borrede auf die erste Epistel St. Pauli an die Thessalonicher.

allezeit dem Glauben entgegen sind, und mahlet dieselben eben lalso ab, als sie nirgend in der Schrift abgemahlet sind, und ta-delt sie meisterlich.

4. Im dritten ermahnet er sie, daß sie im lautern Glaubenfruchtbar seyn mit allerley guten Wercken gegen einander, undschreibet allerley Standen ihre eigenen Wercke.

5. Im vierten befiehlst er sich ihrem Gebet, und grüsset undstarcket sie.

Borrede auf die erste Epistel St. Pauli an dieThessalonicher.

1. Diese Epistel schreibet St. Paulus aus sonderlicher Liebeund apostolischer Sorge. Denn er lobet sie durch die ersten zweyCapitel, wie sie das Evangelium haben von ihm mit solchem Ernstangenommen, daß sie auch durch Leiden und Verfolgung drinnenbestanden, und allen Gemeinen allenthalben ein schön Exempeldes Glaubens worden sind, und gleich Christo und seinen Apo-steln von den Züden, ihren eigenen Gefreundten, Verfolgung er-litten haben, wie er solches auch bei ihnen erlitten hatte, ihnenzum Exempel, und ein heiliges Leben bey ihnen geführet. Dafürdancket er Gott, daß solche Frucht bey ihnen sein Evangelium ge-schasset hatte.

2. Im dritten zeiget er seinen Fleiß und Sorge, daß solcheseine Arbeit und ihr löblicher Anfang nicht durch den Teufel undseine Apostel mit Menschenlehren verstöret würden. Darum habeer zuvor Timotheum zu ihnen gesandt, solches zu erkunden. Unddancket Gott, daß sichs noch recht bey ihnen funden hat, undwünschet ihnen das Zunehmen.

3. Im vierten ermahnet er sie, daß sie sich vor Sünden hü-ten, und Gutes unter einander thun. Dazu antwortet er ihnenauf eine Frage, die sie an ihn durch Timotheum hatten vorge-tragen, von der Todten Auferstehung, ob sie alle zugleich, odernach einander werden auferstehen.

4. Im fünften schreibet er vom Jüngsten Tage, wie dersel-