Vorrede auf der Apostel Geschichte. 69
best hier in diesem Buche einen schönen Spiegel, darinnen du se-hen magst, daß es wahr sey: 8oln lickos justikcst, allein derGlaube macht gerecht. Denn da sind des Stücks alle Exempelund Geschichte drinnen gewisse und tröstliche Zeugen, die nicht lü-gen noch fehlen.
4. Denn da siehe an, wie St. Paulus selbst ist bekehret,item, wie der Heyde Cornelius wird bekehret durch St. PetrusWort, wie der Engel ihm zuvor sagte, Petrus würde ihm predi-gen, dadurch er sollte selig werden, item der Landvogt Sergiusund alle Städte, da St. Paulus und Barnabas predigten; siehe
ilin'w» an das erste Concilium der Apostel zu Jerusalem, C. 16, 2;siehe an alle Predigten St. Petri, Pauli, Stephani und Phi-lipp!: so wirst du finden, daß es alles dahin gehet, daß wir alleindurch den Glauben an Christum, ohne Gesetz und Wercke, müs-sin zu Gnaden kommen und gerecht werden. Und man kannmit diesem Buch nach dieser Weise den Widersachern das Maul, »M g^ meisterlich und gewaltiglich stopffen, welche uns aufs GesetzM und unsere Wercke weisen, und ihren thörichten Unverstand offen-baren vor aller Welt.
5. Darum spricht auch St. Lucas, daß solche Exempel desGlaubens auch die frommen Jüden (so glaubig worden wa-ren ,) fast verstürtzt machten, und die andern ungläubigen Jüdentoll und thöricht darüber wurden, welches doch kein Wunder war,weil sie im Gesetz auferzogen, und desselbigen von Abraham ge-wohnt waren, und verdrießlich seyn mußten, daß die Heyden, soohne Gesetz und Gott waren, sollten ihnen gleich seyn in derGnade Gottes.
6. Aber daß unsere Leute, die wir alle Heyden sind, solchenArtickel so lästern und verfolgen, das ist zehnmal arger, so wirdoch hier sehen und nicht leugnen können, daß Gottes Gnadeand Christi Erkenntniß auf unsere Vorfahren gekommen sey ohneGesetz und Verdienst, ja in greulichen Abgöttereyen und Lastern.Aber sie werden auch eben soviel mit ihrem Lastern und Verfol-gen daran gewinnen, als die Jüden mit ihrem Wüten und To-ben daran gewonnen haben. Denn der zuvor den Jüden solchesgedräuet hatte und durch Mosen lassen singen: „Ich will eucherzürnen über dem, das nicht mein Volck ist, und über einemunwissenden Volcke euch toll machen;" und Hos. 2, 23: „Ichwill mein Volck nennen, das nicht mein Volck ist," (das ist,vhne Gesetz und Werck lebet,) und hats ihnen gehalten: ebenderselbige dräuet solches auch unsern Lästerern, und, wie er schon