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10 (1828)
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Borrede auf das Neue Testament ec.

selig machet, daß wir uns seines Sterbens und Siegs mögen an-7^ ' nehmen, als hatten wir es selbst gethan.

' 12. Daß aber Christus im Evangelio, dazu Sanct Paulus

viel Gebote und Lehren geben und das Gesetz gleich auslegen, sollman gleich rechnen allen andern Wercken und Wohlthaten Christi.Und gleichwie, seine Wercke und Geschichte wissen, ist noch nicht,das rechte Evangelium wissen (denn damit weißt du noch nicht,daß er die Sünde, Tod und Teufel überwunden hat): also istauch das nicht, das Evangelium wissen, wenn du solche Lehre undGebot weiftest, sondern, wenn die Stimme kömmt, die da sagt,Christus sey dein eigen mit Leben, Lehren, Wercken, Sterben,Auferstehen und allem, was er ist, hat, thut und vermag.

13. Also sehen wir auch, daß er nicht dringet, sondernfreundlich locket, und spricht: Selig sind die Armen ec- Und dieApostel brauchen des Worts: Ich ermähne, ich flehe, ich bitte,daß man allenthalben siehet, wie das Evangelium nicht ein Ge-setzbuch, sondern eigentlich eine Predigt von den WohlthatenChristi, uns erzeiget und zu eigen gegeben, so wir glauben, Mo-ses aber in seinen Büchern treibet, dringet, dräuet, schlagt undstraft greulich, denn er ist ein Gesetzschreiber und Treiber.

14. Daher kommts auch, daß einem Glaubigen kein Gesetzgegeben ist, dadurch er gerecht werde vor Gott, wie St. Paulussagt, 1. Tim. 1, 9-, darum, daß er durch den Glauben gerecht,lebendig und selig ist. Und ist ihm nicht mehr noth, denn daßer solchen Glauben mit Wercken beweise. Ja, wo der Glaubeist, kann er sich nicht halten; er beweiset sich, bricht heraus durchgute Wercke, bekennet und lehret solch Evangelium vor den Leu-ten und waget sein Leben dran. Und alles, was er lehret undthut, das richtet er zu des Nächsten Nutz, ihm zu helfen, nichtallein, auch zu solcher Gnade zu kommen, sondern auch mit Leib,Gut und Ehre, wie er siehet, daß ihm Christus gethan hat, undfolget also dem Exempel Christi nach.

15. Das meynet auch Christus, da er zuletzt kein ander Ge-bot gab, denn die Liebe, daran man erkennen sollte, wer seineJünger wären und rechtschaffenen Gläubigen. Denn wo Werckund Liebe nicht heraus bricht, da ist der Glaube nicht recht, dahaftet das Evangelium noch nicht und ist Christus noch nichtrecht erkannt. Siehe, nun richte dich also in die Bücher desNeuen Testaments, daß du sie aus diese Weise zu lesen wissest.

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