Vorrede auf das 1. Buch der MaccabZer. 61
nützlich und nothwendig Buch ist, zu verstehen den ProphetenDaniel im 11. Cap. Denn dasjenige, so Daniel weissaget imgenannten Capitel, von dem Greuel und Unglück des Volcks Is-rael, so zukünftig seyn sollte, desselben Erfüllung beschreibet dißBuch, nemlich Antiochum den Edeln, und wie Daniel spricht: diekleine Hülfe und grosse Verfolgung von den Heyden und falschenJuden, die zur Zeit der Maccabaer geschehen ist. Derhalben esuns Christen auch nützlich zu lesen und zu wissen.
2. Erstlich, dieweil derselbe Antiochus eine Figur oder Bilddes Endechrist gehalten wird, der solche Greuel und Zerstörungdes Gottesdiensts zu Jerusalem und im Jüdischen Lande, nichtfern vor Christi Geburt und erster Zukunft, angerichtet hat: ler-nen wir daraus den rechten Endechrist erkennen, der vor der an-dern und letzten Zukunft Christi die Christenheit auch verwüstenund den Gottesdienst zerstören sollte, auf daß wir nicht erschre-cken sollen, wenn wir es also erfahren und vor unsern Augensehen, sondern den Trost empfahen und veste halten, daß wirsammt der Christenheit dennoch erhalten und endlich errettet wer-den müssen, es sey das Wüten, wie groß es wolle, und der Teu-fel so zornig, als er immer kann.
3. Denn wir sehen ja auch dieselbe Hülfe, wiewohl klein undgeringe, die uns Gott der Allmächtige angefangen hat zu erzei-gen. Und das liebe, heilige Evangelium ist das Schwerdt, damitdie Seinen den jetzigen Antichrist dennoch gantz redlich angreif-fen und etwas schassen, wiewol es viel Blutvergiessens und Lei-dens kostet, gleichwie er durch das Schwerdt der Maccabaer auchseinem Volck zu der Zeit half. Wiewol es nicht ohne Verfolgungund großes Hertzeleid zuginge, dennoch reinigten sie den Tempel,und richteten den Gottesdienst wieder an, und brachten dasVölcklein wieder zu Hause in das vorige Regiment, gleichwie jetztdas Evangelium die Abgötterey ausfeget und wie Christus spricht,daß seine Engel werden alle Aergernisse aufräumen aus seinemReiche, und sammelt die rechten Christen wiederum zusammen inden alten, rechten Christlichen Glauben und zu rechtschaffenen gu-ten Wercken und Gottesdienst.
4. Zum andern, daß wir uns auch deß trösten, daß er jenenhilft, nicht allein wider den Antiochum und Heyden, sondern auchwider die Verräther und abtrünnigen Jüden, die sich zu denHeyden schlugen, und halfen ihr eigen Volck, ihre Brüder, verfol-gen, todten und alles Hertzeleid anlegen.- daß wirs gewiß sollenseyn, und unerschrocken bleiben, ob die falschen Christen und Rot-